Jetzt anmelden zum Oasentag für KGR-Mitglieder am 12. September Geschichten vom Gelingen, vom Scheitern und von Neuanfängen teilen

René Borowski

Foto: Privat

08.06.2026 · Rostock/Güstrow. „Erzähl mal – Geschichten verbinden“ – unter diesem Motto sind am 12. September 2026 die Mitglieder der mecklenburgischen Kirchengemeinderäte nach Güstrow, konkret in das Bürgerhaus Güstrow, Sonnenplatz 1, eingeladen. Im Vorfeld sprachen wir mit René Borowski über das Programm des Oasentages zu der Kirchenkreis Mecklenburg einlädt. Der Referent für die Ehrenamtsarbeit bereitet den Tag mit vor und bittet Interessierte sich bis zum 3. Juli anzumelden.

Herr Borowski, wer soll sich zum Oasentag am 12. September eingeladen fühlen?

 

René Borowski: Eingeladen sind alle Kirchengemeinderäte unseres Kirchenkreises Mecklenburg. In Zeiten vielfältiger Umstrukturierungen sind sie herausgefordert verantwortlich Entscheidungen zu treffen und müssen zugleich mit den vielfältigen Veränderungen umgehen. Manche sind enttäuscht, verärgert, verunsichert. Zugleich erlebe ich aber auch, wie sie vieles mittragen und anpacken, oftmals bis an die Grenze des leistbaren.

 

Was macht den Oasentag für Kirchengemeinderäte bedeutsam?

 

Der Tag steht unter dem Motto „Erzähl mal – Geschichten verbinden“. Er bietet den Kirchengemeinderäten Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und Geschichten vom Gelingen, vom Ärger, vom Scheitern und von Neuanfängen zu teilen. Im Mittelpunkt stehen das Erzählen und Zuhören, das Staunen und Entdecken sowie der gemeinsame Blick auf unsere Welt und darauf, wie wir Kirche leben und gestalten.

 

Beim Blick ins Programm wird klar: Es geht weniger um Strukturen und Konzepte als um die Erfahrungen der Kirchengemeinderäte. Wie kam es zu dieser Idee?

 

Kirchengemeinderäte beschäftigen sich in ihren Sitzungen viel mit ganz praktischen Themen: mit Finanzen, Gebäuden, Organisation oder wie in den vergangenen Jahren viel mit strukturellen Veränderungen. Das ist wichtig und gehört dazu. Gleichzeitig geht es dabei immer auch um Menschen und um das, was sie erleben und einbringen.

 

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie viel Wissen, Kreativität und Engagement in unseren Gemeinden steckt. Oft wissen wir allerdings zu wenig voneinander. Deshalb wollen wir beim Oasentag bewusst Raum schaffen, um ins Gespräch zu kommen: Was gelingt in den Gemeinden? Was macht Mut? Und wo stoßen wir auch an Grenzen?

 

Wenn Menschen ihre Erfahrungen teilen, entsteht etwas Wertvolles. Andere können davon lernen, sich wiederfinden und neue Perspektiven gewinnen. Geschichten verbinden – und sie zeigen, dass wir mit unseren Fragen und Aufgaben nicht allein sind.

 

Und das alles haben Sie allein vorbereitet?

 

Nein. Der Oasentag entsteht in enger Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen im Gemeindedienst und im Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg. Wir bringen unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und auch ganz praktische Blickwinkel zusammen, daraus erwächst Schritt für Schritt die Intention und das Programm für diesen Tag.

 

Wo und bis wann können sich Interessierte anmelden?

 

Die Anmeldung erfolgt digital und ist aktuell bis zum 3. Juli 2026 möglich. Informationen dazu und zum Programm finden Interessierte auf den Seiten des Kirchenkreises Mecklenburg und unter www.kirche-mv.de/oasentag oder www.ehrenamtlich-leiten.de.

 

Kommen wir noch auf Ihre Tätigkeit als Referent für Ehrenamt- und Engagementförderung. Was gehört zu ihren Aufgaben?

 

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig, aber im Kern geht es immer darum, Menschen zu stärken, die sich in Kirchengemeinden engagieren, und gute Rahmenbedingungen für ihr Engagement zu schaffen.

 

Ich begleite Kirchengemeinden, Kirchengemeinderäte und hauptamtlich Mitarbeitende dabei, Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und sie in ihrem Einsatz gut zu begleiten und zu unterstützen. Gemeinsam schauen wir, wie Beteiligung gelingen kann und wie Menschen ihre Fähigkeiten, Erfahrungen und Ideen einbringen können. Dabei unterstütze ich auch die Entwicklung neuer Projekte und Engagement-Möglichkeiten. Besonders wichtig ist mir, dass Menschen erleben: Meine Gaben sind gefragt, ich kann etwas bewirken und Verantwortung übernehmen. Kirche lebt von den Menschen, die sich mit ihren Talenten und ihrer Zeit einbringen. Dafür gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ist ein zentraler Teil meiner Arbeit.

 

Welche Aufgabenbereiche können Sie noch nennen?

 

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Besuchsdienstarbeit. Ich begleite Gemeinden beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Besuchsdiensten, biete Fortbildungen an und fördere den Austausch zwischen den Engagierten. Dabei beschäftigt mich die Frage, wie Kirche vor Ort für Menschen da sein kann, auch für diejenigen, die nicht selbstverständlich den Weg in die Gemeinde finden.

 

Außerdem arbeite ich eng mit Kirchengemeinderäten zusammen. Ich entwickle Fortbildungsangebote, begleite Kirchenältestentage und unterstütze dabei, ihre Aufgaben gut wahrzunehmen und gemeinsam Zukunft zu gestalten. Dazu zählen ebenso die Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung. Wenn Gemeinden vor Veränderungen stehen oder neue Wege suchen, begleite ich sie dabei, Lösungen zu entwickeln und Prozesse zu gestalten.

 

Welche Themen werden die Engagementförderung in den kommenden Jahren besonders prägen?

 

Eine wichtige Aufgabe wird sein, Engagement und Ehrenamt noch bewusster und strategischer zu entwickeln. Angesichts der Veränderungen, mit der sich Kirche bewegt, brauchen wir Formen der Beteiligung, die zeitgemäß, attraktiv und verlässlich sind.

 

Dabei geht es auch darum, Menschen für Leitungsverantwortung zu gewinnen und sie in ihrem Engagement gut zu begleiten. „Gemeinde ehrenamtlich leiten“ ist für mich ein wichtiger Baustein, wobei sich die Bürokratie und Verwaltung auf ein Minimum beschränken sollte.

 

Gleichzeitig verändert sich die Rolle der beruflichen Mitarbeitenden. Sie bleiben wichtige Fach- und Bezugspersonen, werden aber noch stärker zu Begleitenden, Ermöglichenden und Vernetzenden. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen ihre Gaben einbringen und Verantwortung übernehmen können. Deshalb werden Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Gemeinden immer wichtiger, aber auch mit anderen Akteuren im Sozialraum.

 

Wenn KGR-Mitglieder Unterstützung wünschen, Interesse an Beratung oder Anregungen haben, lade ich herzlich ein, mit uns in Kontakt zu treten. Gerne komme ich vor Ort in Kirchengemeinden. Eine sehr gute Gelegenheit sich zu begegnen, ist natürlich der Oasentag am 12. September 2026 in Güstrow.

Quelle: ELKM (Interview: Christian Meyer)