Dr. Kristin Ramthun ist Referentin für Nachhaltigkeit im PEK Ökologisches Handeln als Ziel

Dr. Kristin Ramthun

Foto: PEK / S. Kühl

05.02.2026 · Greifswald. Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis (PEK) setzt ein deutliches Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung: Mit Dr. Kristin Ramthun arbeitet im Projekt „Lebenswandel“ eine erfahrene Nachhaltigkeitsexpertin, die internationale Forschungserfahrung mit einer tiefen Verbundenheit zur vorpommerschen Heimat vereint. Die 44-jährige Geographin hat sich zum Ziel gesetzt, ökologisches Handeln in den Kirchengemeinden dauerhaft zu etablieren.

Aus der Welt zurück nach Pommern

 

Aufgewachsen in Heringsdorf auf der Insel Usedom, blickt Kristin Ramthun auf einen beeindruckenden akademischen und beruflichen Werdegang zurück. Länger als zehn Jahre lebte sie in Berlin und arbeitete unter anderem für den NABU (Naturschutzbund Deutschland) sowie die Michael Succow Stiftung, die sich weltweit für Moore und Naturschutzgebiete einsetzt. Ihre Promotion führte sie weit über die Grenzen Europas hinaus nach Vietnam. Dort untersuchte sie, wie der Tourismus Landschaften und soziale Gefüge verändert. „Ich bin eine Zeitlang intensiv zwischen Deutschland und Südostasien gependelt“, erinnert sich die Asien-Expertin, die auch Projekte in Myanmar, Kirgistan und Nepal begleitete. Diese Erfahrungen prägen ihren Blick auf Deutschland: „In Asien begegnen einem oft eine ganz andere Wertschätzung der Natur, aber auch massive Probleme, wie beispielsweise fehlende Entsorgungsstrukturen. Das schärft das Bewusstsein für die Verantwortung, die wir hierzulande tragen.“

 

Kirche als Ort des Wandels

 

Seit sie im vergangenen Herbst ihre Stelle antrat, teilt sich Kristin Ramthun ihre Expertise zwischen der Geographie an der Universität Greifswald und dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis auf. Die bis August 2028 befristete Stelle beim PEK ist für sie eine Herzensangelegenheit: „Kirche bedeutet für mich Heimatgefühl. Besonders die kirchliche Jugendarbeit hat mich stark geprägt.“ In ihrer Funktion als Referentin für Nachhaltigkeit möchte sie den „Lebenswandel“ in den Gemeinden moderieren. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Auszeichnung als „ÖkoFaire Kirchengemeinde“. Ein Instrument, das bisher noch häufig auf Zurückhaltung stößt. „Mir begegnet oft das Vorurteil, dass Nachhaltigkeit nur Mehrarbeit und höhere Kosten bedeutet“, erklärt Kristin Ramthun. Hier setzt sie an: Ihr Fokus liegt auf der ökonomischen Vernunft. Nachhaltiges Wirtschaften – etwa durch den bewussten Einkauf für Gemeindefeste oder effizientes Ressourcenmanagement – entlaste langfristig die Kirchengemeinden finanziell.

 

Unterstützung statt erhobener Zeigefinger

 

Dabei verfolgt die Referentin einen pragmatischen Ansatz. „Ich möchte niemanden belehren, sondern die Menschen dort abholen, wo sie im Alltag stehen. Es geht darum, gemeinsam Wege zu finden, wie wir den ökologischen Fußabdruck minimieren können, ohne die ehrenamtlichen Strukturen zu überfordern.“ Aktuell arbeitet sie bereits intensiv daran, auch das Regionalzentrum kirchlicher Dienste in Greifswald, in dem sich ihr Dienstsitz befindet, als „ÖkoFaire Einrichtung“ auszeichnen zu lassen und so als Vorbild voranzugehen. Mit ihrer Mischung aus globalem Wissen und lokalem Engagement möchte sie zeigen, dass Umweltschutz und christliche Werte Hand in Hand gehen. Denn am Ende, so Kristin Ramthun, seien die Wünsche der Menschen weltweit gleich: das Streben nach einem glücklichen Leben in einer intakten Umwelt.

 

Hintergrund Projekt „Lebenswandel“

 

Das Projekt „Lebenswandel“ bietet Kirchengemeinden praktische Hilfestellungen bei der Umsetzung ökologischer Standards. Weitere Informationen: www.kirche-mv.de/lebenswandel-und-schoepfungsverantwortung.

 

In drei Schritten zur „ÖkoFairen Gemeinde“

 

Wie wird eine Kirchengemeinde eigentlich ausgezeichnet? Dr. Kristin Ramthun unterstützt die Gemeinden im PEK bei diesem Prozess, der auf drei Säulen ruht:

 

Erstens: Bestandsaufnahme und Beschluss - Der Kirchengemeinderat entscheidet sich bewusst für den Weg und prüft: Wo stehen wir? Zum Beispiel beim Einkauf von Kaffee, Papier oder Reinigungsmitteln.

 

Zweitens: Maßnahmen umsetzen - Die Kirchengemeinde wählt spezifische Ziele aus, etwa die Umstellung auf regionale Bio-Produkte bei Festen oder die Nutzung von Ökostrom. Kristin Ramthun berät dabei in Bezug auf Sparpotenziale.

 

Drittens: Auszeichnung - Nach erfolgreicher Prüfung erhält die Gemeinde die Auszeichnung „ÖkoFaire Gemeinde“. Mit der Verleihung dieses Titels ist der Prozess nicht abgeschlossen, sie ist vielmehr der Startpunkt einer dauerhaften nachhaltigen Entwicklung. Interessierte Kirchengemeinden können sich für eine Erstberatung direkt an Kristin Ramthun im Regionalzentrum Greifswald wenden.

 

Weitere Informationen

 

Dr. Kristin Ramthun, Referentin für Nachhaltigkeit im Projekt „Lebenswandel"

Telefon: 03834 8963123

E-Mail: lebenswandel@pek.de 

Mehr: www.kirche-mv.de/lebenswandel-und-schoepfungsverantwortung

Quelle: PEK (sk)