Kirchenkreissynode tagte in Greifswald Pommersche Synode beschließt Haushalt 2021

Die Synodalen während einer Abstimmung im Greifswalder KulturBahnhof. Zum Hygienekonzept zählten neben der Testpflicht zu Beginn der Sitzung, großzügige Abstände zwischen den Sitzplätzen sowie eine Maskenpflicht.

Foto: S. Kühl

30.05.2021 · Greifswald. Die Pommersche Kirchenkreissynode hat am Sonnabend den Haushaltsplan 2021 in Höhe von rund 15,1 Millionen Euro sowie den darin enthaltenden Stellen- und den Pfarrstellenplan beschlossen. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stehen dem Kirchenkreis im Vergleich zu früheren Prognosen rund 2,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Eine Entwicklung, die sich voraussichtlich so in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte der Kirchenkreisrat diesen Rückgang vorausgesehen und damit begonnen, entsprechende Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um trotz des kleiner werdenden finanziellen Spielraums die vielfältigen Arbeitsbereiche im Kirchenkreis erhalten sowie Personalstellen sichern zu können. Die Synode hatte zudem im Januar eine Arbeitsgruppe zur mittelfristigen Finanzplanung (AG Finanzplanung) eingerichtet, deren Arbeitsergebnisse in die Synode eingebracht wurden.

 

Diskussionspapier „Wohin gehst Du?“

 

Am Freitag hatten einige Synodale unter dem Titel „Wohin gehst Du?“ überraschend ein umfangreiches Diskussionspapier in die Synode eingebracht, in dem es ebenfalls um die schwierige derzeitige Situation im Kirchenkreis geht. Die Synode diskutierte diese Einbringung am Sonnabend zu Beginn in einer nichtöffentlichen Fragestunde. Während der Aussprache leitet die Synode aus dem Diskussionspapier als einem wichtigen Beitrag zum Dialog um die Zukunft des Kirchenkreises eine Aufforderung zur intensiven Weiterarbeit ab. Das Diskussionspapier wurde an die Vielzahl der Ausschüsse verwiesen, um einen breiten Diskussionsprozess im PEK anzuschieben, der gebündelt wird durch das Präsidium sowie verbunden ist mit dem Auftrag an den Kirchenkreisrat, einen umfangreichen Beteiligungsprozess mit entsprechenden Formaten zu entwickeln und zu koordinieren sowie die bereits bestehenden vielfältigen Partizipationsmethoden weiter zu stärken.

 

Pfarrkasse wird „Personalkasse Verkündigung“

 

Den Bericht der AG Finanzplanung und die daraus erarbeiteten Beschlussvorlagen brachten Propst Gerd Panknin und Pastor Michael Mahlburg als Mitglieder der AG vor. Einem Vorschlag der AG folgend, beschloss die Synode die Umwandlung der Pfarrkasse in eine „Personalkasse Verkündigung“. Bislang wurden aus der Pfarrkasse ausschließlich Pastorinnen und Pastoren bezahlt. Durch die Umwandlung werden aus der "Personalkasse Verkündigung" nun auch Mitarbeitende im Verkündigungsdienst auf Kirchenkreisebene bezahlt und es wird die Finanzierung von Stellen im pfarramtlichen Dienst der Kirchengemeinden möglich. Möglich ist auch ein flexiblerer Umgang mit Pfarr- und Mitarbeitendenstellen innerhalb der Kasse. Die Umwandlung bedeutet für die anderen kirchenkreislichen Bereiche, die weniger Stellen finanzieren müssen, ein jährliches Einsparpotential von bis zu 630.000 Euro. Das entspricht bis zu 45 Prozent des jährlichen Fehlbetrags in den kirchenkreislichen Bereichen. Geistlich gesehen sei die Umwandlung ein Schritt in Richtung der Gemeinschaft der Dienste. Zudem zeige sich in der Struktur des Kirchenkreises, dass die Verkündigung in allen Bereichen Priorität behalte, so der AG-Bericht. „Wir können uns auf das hin orientieren, was uns wichtig ist. Wir können dadurch Prioritäten frei setzen“, sagte Michael Mahlburg. Der Beschluss ermögliche es, die Mittel, die noch vorhanden sind, ein Stück weit gerechter zu verteilen, so der Pastor. Bereits im Jahr 2016 hatte die Synode vorausschauend die Möglichkeit auf den Weg gebracht, dass nicht ordinierte Mitarbeitende Aufgaben und Teilaufgaben des pfarramtlichen Dienstes übernehmen. Hintergrund ist auch die stetig zurückgehende Zahl an Pastorinnen und Pastoren.

 

Mehrere Einsparungen beschlossen

 

Weiterhin beschloss die Synode, den Vorschlägen der AG Finanzen folgend, die Pfarrstelle der Leitung des Greifswalder Regionalzentrums zum Ende des Berufungszeitraums zu streichen und die Aufgaben der Leitung auf die drei pröpstlichen Personen zu verteilen. Damit einher geht eine Neuaufteilung der pröpstlichen Aufgabenverteilung. Ein weiterer Beschluss betraf den Baufonds, hier werden beispielsweise ab 2022 für Nichtpatronatskirchen statt 220.000 Euro nur noch 96.000 Euro vorgesehen. Auch im Bereich von Bauvorhaben gelte es künftig, noch stärker Prioritäten zu setzen, hieß es zu dem Beschluss. Dem Fonds „Initiativen und Projekte“ stehen ab 2022 nur noch 15.000 Euro statt 28.000 Euro zur Verfügung. Zudem sollen Einzelbewilligungen möglichst die Summe von 500 Euro nicht überschreiten. Die Unterstützung der AG Pommersche Kirchengeschichte wurde von der Synode auf 500 Euro halbiert. Der Zuschuss für das Greifswalder Gottesdienst-Projekt GreifBar wurde von 2.500 Euro auf 1.250 Euro reduziert. Weiteres Einsparungspotential könnten unter anderem die Verkleinerung der Synode auf weniger Mitglieder, der schrittweise Abbau der Unterstützung für die Stralsunder Jugendkirche, die Überprüfung von dienstlich genutzten Räumlichkeiten, der bereits begonnene Digitalisierungsprozess, eine Überprüfung des Gebäudenutzungsplans und die Zentralisierung des Meldewesens bieten. Die Synode beschloss dazu entsprechende Evaluierungen beziehungsweise die Aufnahme von Gesprächen.

 

Projekt Pfarramtsassistenz möglichst erhalten

 

Ein wichtiger Punkt war der Synode im Rahmen der Einsparungsüberlegungen die Pfarramtsassistenz, die möglichst erhalten bleiben soll. Die Synode hatte die Einrichtung der Pfarramtsassistenz im Jahr 2017 in Höhe von 20 Prozent pro 100-Prozent-Pfarrstelle befristet auf einen Zeitraum von sechs Jahren beschlossen. Die Pfarramtsassistenz nimmt der Pastorin oder dem Pastor Teile der pfarramtlichen Verwaltung ab und schafft so Freiräume für die eigentliche pfarramtliche Tätigkeit. Die Synode beauftragte daher den Kirchenkreisrat mit der Berufung einer AG „Pfarramtsassistenz“, deren Aufgabe es ist, unter Beteiligung des Finanzausschusses zu prüfen, in welcher Weise das Projekt Pfarramtsassistenz über den 31. Dezember 2023 hinaus fortgeführt werden kann, oder Alternativen zu entwickeln, mit denen eine ähnliche Entlastung von Verwaltungsaufgaben für die Pastorinnen und Pastoren verbunden ist.  

 

Weniger Geld für Diakonische Träger

 

In der Reihe der notwendigen Einsparungsmaßnahmen empfand die Synode den Beschluss zur Reduzierung der Unterstützung der Kreisdiakonischen Werke als besonders schmerzlich. Mehrere Synodale erinnerten während der Diskussion an die enorme Wichtigkeit dieser Arbeit und deren Wirkung in die Gesellschaft. Vor allem bedürftige Menschen seien auf die Hilfe durch die Diakonischen Träger angewiesen, hieß es aus dem Plenum. Beispiele seien die Demminer Tafel und die Begegnungsstätte „Die Halle“ in Stralsund. Dennoch beschloss die Synode, die derzeitige jährliche Unterstützung von 150.000 Euro auf den noch vor einigen Jahren so gehandhabten Betrag von 100.000 Euro zurückzuführen. Dies soll jedoch in langsamen Schritten über vier Jahre ab 2022 mit einer jährlichen Verringerung um 12.500 Euro erfolgen, um die entsprechende Umstrukturierung der Arbeit und einen Gestaltungsspielraum zu ermöglichen. Zudem wurde der Diakonieausschuss damit beauftragt, mit dem Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern ins Gespräch zu kommen, um über eine zukünftige Finanzierung der Kreisdiakonischen Werke mit weniger kirchlichen Zuschussmitteln zu beraten. Darüber hinaus wurde der Beschluss verbunden mit der ausdrücklichen Absicht, nach möglichen Wegen zu suchen, um die Unterstützung in der Zukunft wieder zu erhöhen. Propst Gerd Panknin und Pastor Michael Mahlburg machten jedoch auch deutlich, dass die Erhöhung der Unterstützung der Diakonischen Träger von 100.000 Euro auf 150.000 Euro vor fünf Jahren in einer besseren finanziellen Situation beschlossen worden war. Die Erhöhung sei damals finanziell möglich gewesen, nun würden jedoch bei der Beibehaltung des erhöhten Betrags Schulden entstehen, erklärten die beiden Vertreter der AG Finanzplanung.

 

Arbeitsstelle für die Arbeit mit Frauen

 

Die Synode beschloss, die gemeinsame Arbeitsstelle für die Arbeit mit Frauen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg unter den gleichen Rahmenbedingungen wie bisher in Höhe von einem Drittel einer 50-Prozent-Stelle als neue Projektstelle, finanziert durch Rücklagen, für sechs Jahre einzurichten. Dabei soll unter anderem ein Schwerpunkt darauf liegen, eine Schnittstelle zwischen der Arbeit mit Frauen und der Ehrenamtlichenbegleitung in Mecklenburg und Pommern zu entwickeln. Sylvia Giesecke vom Ausschuss für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern betonte die Wichtigkeit dieses Beschlusses und die Signalwirkung, die von diesem Beschluss ausgeht. Nicht zuletzt die Weltgebetstagsarbeit sei ohne diese Projektstelle nicht denkbar. Zudem nannte Sylvia Giesecke den Beschluss ein Zeichen der Wertschätzung und hob hervor, dass die gemeinsame Projektstelle die unerlässliche Zusammenarbeit der Kirchenkreise im Sprengel Mecklenburg und Pommern weiter festige und die gemeinsame Stimme der beiden östlichen Kirchenkreise der Nordkirche stärke.

 

Ruhendstellung von Pfarrstellen

 

Das Personalplanförderungsgesetz sieht eine bestimmte Zahl an Pfarrstellen für jeden Kirchenkreis der Nordkirche vor. Bis 2025 bestimmt diese Regelung eine Reduzierung auf 95 besetzte Pfarrstellen im PEK. Aufgrund der anstehenden Ruhestände und des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels ergibt sich ohnehin ein Rückgang an Pastorinnen und Pastoren. Die Ruhendstellungen und Umwandlungen von Pfarrstellen in Mitarbeitendenstellen dienen somit im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis nicht der Verhinderung einer Besetzungssperre bei einer etwaigen Überschreitung der vorgeschriebenen Anzahl, sondern vielmehr der Sicherstellung der Handlungsfähigkeit und der sinnvollen Verteilung der weniger werdenden Pastorinnen und Pastoren. Von den derzeit 118 Pfarrstellen werden nach dem aktuellen Pfarrstellenplan künftig 13,25 ruhendgestellt. Besetzt sind derzeit rund 104,5 Pfarrstellen.

 

Eilbeschlüsse wurden bestätigt

 

Der Kirchenkreisrat hatte bereits per Eilbeschluss die Pfarrstellen Jarmen-Tutow II, Sophienhof, Wotenick, Katzow, Beggerow, Zingst, Steinhagen, Brandshagen/Reinberg sowie Vorland ruhend gestellt beziehungsweise bei Pfarrstellenwechsel ruhendgestellt. Ebenso per Eilbeschluss hatte der Kirchenkreisrat die Aufhebung der Ökumenepfarrstelle zum 1. September 2020 und deren Umwandlung in eine Mitarbeitenden-Stelle (100 Prozent) zum 1. September 2020, die Aufhebung der Pfarrstelle für Gemeindeberatung und Umwandlung dieser Pfarrstelle in eine 50-Prozent-Mitarbeitenden-Stelle, die Aufhebung der Schulpfarrstelle Demmin, die Aufhebung der Pfarramtlichen Tätigkeit für die Schulstiftung (0,25 VbE), die Aufhebung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Uniklinikum Greifswald/Karlsburg, die Aufhebung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Bartmannshagen sowie die Aufstockung der Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge Stralsund von 50 auf 100 Prozent Stellenumfang beschlossen. Die Synode stimmte diesen insgesamt 16 durch die Begleitumstände der Pandemie bedingten Eilbeschlüssen des Kirchenkreisrats zu, die bereits durch das Landeskirchenamt kirchenaufsichtlich bestätigt worden waren.

 

Pfarrstellenentscheidungen beruhen auf Regionenprozess

 

Des Weiteren beschloss die Synode vorbehaltlich der Zustimmung des Landeskirchenamts, in der Propstei Demmin die Pfarrstelle Züssow-Zarnekow-Ranzin (0,5 VbE), in der Propstei Stralsund die Pfarrstellen Pütte-Niepars, Glewitz und Rakow sowie Bodstedt-Flemendorf-Kenz und in der Propstei Pasewalk die Pfarrstellen Ahlbeck-Zirchow (0,5), Krummin-Karlshagen-Zinnowitz (0,5 VbE) sowie Leopoldshagen und Mönkebude und Altwigshagen bei einem Pfarrstellenwechsel ruhend zu stellen sowie die Pfarrstelle Hohenselchow auf 0,5 VbE zu verändern. Außerdem wurde die Pfarrstelle des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises für Konfirmandenarbeit (1 VbE) mit Wirkung vom 1. September 2024 aufgehoben und in eine Mitarbeitenden-Stelle umgewandelt. Die Pfarrstelle des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises für Propsteikinder- und -jugendarbeit in der Propstei wird zum 1. Juli 2025 aufgehoben und zu einer Mitarbeitenden-Stelle. Außerdem beschloss die Synode, bei einem Pfarrstellenwechsel in den Regionen Greifswald Altstadt (0,5 VbE), Greifswald Neustadt (0,25 VbE), Klatzow (0,25), Stralsund Stadt (1,0 VbE) sowie Putbus und Kasnevitz und Vilmnitz (1,0 VbE) die als künftig ruhend zu erklärenden Pfarrstellenanteile im Pfarrstellenplan festzuhalten und bei möglichen Neubesetzungen die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Sämtliche Ruhendstellungen gehen auf die Ergebnisse der Arbeit der Regionalgruppen zurück, die mit großem ehrenamtlichen Engagement und mit Unterstützung moderierender Gemeindeberater diesen weiter andauernden Prozess, der mit übergemeindlicher Vernetzung in den verschiedensten Bereichen der Gemeindearbeit einhergeht, begleiten. Im Zuge der Ruhendstellungen entstehen neue Verbindungen und Ausprägungen der übergemeindlichen Zusammenarbeit.

 

Propst Gerd Panknin: Aktuelle Notwendigkeiten und Zukunft im Blick

 

„Bei allen Überlegungen und Maßnahmen richten wir den Blick auf die aktuellen Notwendigkeiten genauso wie auch auf die Chancen und Herausforderungen der Zukunft, in der neben dem Fachkräftemangel auch der demografische Wandel zunehmend eine Rolle spielt“, sagte Propst Gerd Panknin. Beispielhaft nannte er die Umwandlung der Pfarrkasse in die „Personalkasse Verkündigung“ als Teil dieser Zukunftsstrategie. Der von der Synode beschlossene Pfarrstellenplan sei aus der intensiven Arbeit und den Beteiligungsprozessen in den Regionen erwachsen, an denen alle Kirchengemeinden beteiligt waren, so der Propst. Der Pfarrstellenplan sei aber „nicht in Stein gemeißelt“, er könne durch die Synode nachjustiert werden. Gerd Panknin dankte der AG Finanzplanung für ihre Arbeit, ebenso dem Finanzausschuss, dem Kirchenkreisrat, der Synode und dem Präsidium sowie allen, die zur Vorbereitung und zum Gelingen der Tagung beigetragen haben. „Mit den gefassten Beschlüssen können wir konstruktiv in die für den 23. Oktober geplante Herbstsynode gehen und nach weiteren Wegen für die Zukunft unseres Kirchenkreises suchen“, bilanzierte der Propst.

 

Wahl der pröpstlichen Personen

 

Die Synode wählte Gerd Panknin erneut als Propst der Propstei Demmin bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juni 2026 und bestätigte die Verlängerung der Amtszeit für Andreas Haerter als Propst der Propstei Pasewalk bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Dezember 2023. Außerdem bildete die Synode einen Wahlausschuss für die Wahl der Pröpstin oder des Propstes der Propstei Stralsund. Die Wahl findet auf der Herbstsynode statt. Mehr: Pröpste: "Herzlichen Dank für das Vertrauen"

 

Die Tagung begann am Freitagabend (28. Mai) als digitale Tagung und wurde am Sonnabend (29. Mai) im Greifswalder KulturBahnhof als Präsenztagung fortgesetzt. Von den 66 Synodalen des Kirchenkreises nahmen 58 an der Tagung teil.

 

Weitere Informationen und Bilder: 7. Tagung der II. Kirchenkreissynode

Quelle: PEK (sk)