27.05.2026 | Nachruf Superintendent i.R. Karl-Heinz Sadewasser
Pastor mit Leib und Seele
Hier wurde er getauft und konfirmiert, hier wurde er von einer großen Trauergemeinde verabschiedet und zu Grabe getragen. Die Kirche von Benz auf Usedom war ein Zuhause für Karl-Heinz Sadewasser. Geboren 1937 in Swinemünde verbrachte er die Kriegsjahre auf der Insel. Vater und Bruder waren dem Krieg zum Opfer gefallen. Er konnte sein Abitur in Heringsdorf machen und wusste: Ich will Theologie studieren!
„Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.“ Sein Konfirmationsspruch aus Psalm 73 begleitete ihn seit der Einsegnung. Nach dem Erste Examen 1960 wurde er Vikar in Ahlbeck und in Loitz. Bischof Dr. Krummacher ordinierte ihn 1962. Die Kirchengemeinde Sommersdorf im damaligen Kirchenkreis Gartz-Penkun wuchs ihm für Jahrzehnte als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ans Herz.
Mit der niederdeutschen Heimatsprache war er aufgewachsen. Das Trompete-Spielen hatte er als Jugendlicher gelernt. Seine Begabungen nahm er mit: Plattdeutsch, die Musik, das Zuhören-können…
Seine Frau Rosemarie - sie heirateten 1969 - stand ihm mitwirkend und eigenständig als Katechetin zur Seite.
Bis zum Ruhestand 1999 und darüber hinaus blieb er der Gemeinde und den Menschen im Osten Vorpommerns treu, auch als er für einige Jahre das Amt des Superintendenten des damaligen Kirchenkreises übernahm. 2008 zogen Sadewassers nach Oranienburg. Plattdeutsche Gottesdienste, Mitarbeit in der Kirche vor Ort, in der Leitung des pommerschen Arbeitskreises „Plattdütsch in de Kirch“, in der Bibelgesellschaft MV, beim Bibelzentrum Barth... - seine Tage waren weiter gut gefüllt. Er schrieb die Biografie des plattdeutschen Arztes und Dichters Bernhard Trittelvitz und sammelte unermüdlich plattdeutsche Texte für den kirchlichen Gebrauch.
Als eine schwere Erkrankung sich Ende des vergangenen Jahres als unerbittlich erwies, legte der lebensfrohe „Pastor mit Leib und Seele“ seine Arbeit aus den Händen. Am 15. Mai wurde Karl-Heinz Sadewasser auf dem Friedhof in Benz bestattet. Pastorin Petra Huse zitierte in ihrer Traueransprache den Verstorbenen: „Gegen den Doot is kein Kruut wussen, seggen wi, aver een is em öber west: Christus; dei is sülben in't düüster Loch vun't Starben fullen, un uns Herrgott hett em dor ruthaalt. Wenn wi dat glöben können, denn mütt uns nich bang sien bi all dat, wat ok allens bi uns tau End geiht. Un wenn't an't eigen Starben geiht, denn können wi glöben, dat dor an't End von den düüstern Tunnel Licht un Läben up uns luurn.“
Johannes Pilgrim