Traditionsreiche Ausbildungsstätte in Greifswald feiert Jubiläum 70 Jahre Seminar für Kirchlichen Dienst
10.09.2026 · Greifswald. Mit einem vielfältigen Programm feiert das Seminar für Kirchlichen Dienst (SKD) in Greifswald vom 11. bis 17. September 2026 sein 70-jähriges Bestehen. Eingeladen wird aus diesem Anlass unter anderem zu Konzerten, einem Gottesdienst, zu einem Fachtag und zum gemeinsamen Feiern.
Das Festprogramm
Freitag, 11. September 2026
18.30 bis 22 Uhr: „70-Jahre-Fete“ im Rahmen der Greifswalder Kulturnacht
Das SKD lädt herzlich zur „70-Jahre-Fete“ ab 18.30 Uhr ein, bei der sich die Schulgemeinschaft im Rahmen der Greifswalder Kulturnacht an der Tradition der „Singenden Balkone“ in Schönwalde II beteiligt. Der musikalische Spaziergang zu den singenden Balkonen endet am SKD, wo gegen 18.30 Uhr der Schulchor die Gäste mit einem kleinen Konzert willkommen heißt. Im Anschluss sorgt das Trio „Campfire-Feelings“ in der Aula mit Songs der vergangenen Jahrzehnte live und unplugged für musikalische Unterhaltung und übergibt gegen 20.30 Uhr an DJ Micha zum Weiterfeiern bis ca. 22 Uhr.
Sonntag, 13. September 2026
10.30 Uhr: Gottesdienst in St. Jacobi Greifswald
Mitwirkende im Festgottesdienst um 10.30 Uhr in der St. Jacobi-Kirche in Greifswald sind unter anderem Pröpstin Kathrin Kühl, Diakonie-Landespastor Paul Philipps, Oberkirchenrat Dr. Matthias Bernstorf und die Diakoninnengemeinschaft des Seminars für Kirchlichen Dienst. Im Anschluss sind Grußworte zu hören.
Donnerstag, 17. September 2026
9.30 bis 16 Uhr: Fachtag zum Thema „Sozialpädagogische Ausbildung und Praxis - Wo geht’s hin?“
Zum Abschluss des Jubiläums lädt das SKD Interessierte und Fachpublikum am Donnerstag, 17. September, von 9.30 bis 16 Uhr zu einem Fachtag ein, der unter dem Motto „Sozialpädagogische Ausbildung und Praxis - Wo geht’s hin?“ steht. Prof. Dr. Roland Rosenstock (Uni Greifswald) und Prof. Dr. Júlia Wéber (Hochschule Neubrandenburg) halten Vorträge. Interessierte können sich in Workshops zu sozialpädagogischen Zukunftsthemen ausprobieren. Im Podiumsgespräch diskutieren Karina Kaiser, Sozialdezernentin des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Max Lietzau von der Volkssolidarität Nordost, Maik Gundlach vom Kreisdiakonischen Werk Greifswald, Prof. Dr. Roland Rosenstock und Prof. Dr. Júlia Wéber über die „Zukunft der Sozialen Arbeit in Greifswald und der Region“. Herausforderungen, Trends und Erwartungen an (zukünftige) sozialpädagogische Fachkräfte sollen dabei zur Sprache kommen.
SKD im Wandel der Zeit
Das Seminar für Kirchlichen Dienst wurde als kirchliche Ausbildungsstätte für Diakoninnen gegründet und nahm am 1. September 1956 seinen Unterrichtsbetrieb damals noch in Züssow auf, bevor es ein Jahr später zunächst auf das Gelände der Odebrechtstiftung in Greifswald und nach der Wende an seinen heutigen Standort am Puschkinring 58 in Greifswald zog. In den 70 Jahren seines Bestehens stellte sich das Seminar immer wieder den Herausforderungen der jeweiligen Zeit. In der DDR hatte es als binnenkirchliche Ausbildungsstätte die Aufgabe, Menschen für den kirchlichen Dienst zu qualifizieren und damit zugleich denen, die kirchlich engagiert waren und es somit im staatlichen System schwer hatten, einen Zugang zu Ausbildung zu ermöglichen. Mit der Wende gelang es, dass die am Seminar erworbenen Abschlüsse wie auch das Seminar selbst staatlich anerkannt wurden. Man wollte nun unter den veränderten politischen Verhältnissen mit kirchlich getragenen und staatlich anerkannten Ausbildungen Staat und Gesellschaft mitgestalten.
Seminar stellt sich heutigen Veränderungen
Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass althergebrachte pädagogische Konzepte für die Ausbildung im sozialen Bereich immer mehr an Tragfähigkeit verloren. Im Seminar veränderte sich der Blickwinkel hin auf das einzelne Kind als Konstrukteur seiner Wirklichkeit. Mit einem reformpädagogischen Ansatz wurde versucht, Kinder selbst als Subjekte ihrer eigenen Bildungsprozesse zu fördern und die Auszubildenden dies in ihrer Ausbildung selbst erleben zu lassen. Nach eigenen Angaben steht das SKD nach 70 Jahren gegenwärtig erneut vor einer Zeitenwende. Künstliche Intelligenz verändere rasant das Bildungssystem. Viele Menschen gerade in unserer Region fühlten sich abgehängt, heißt es seitens des SKD. Die politische Landschaft und damit auch die soziale Arbeit würden sich verändern. „Wir stellen uns diesen Veränderungen“, sagt der heutige Seminarleiter Dr. Tim Bürger. „Und zeigen, dass eine kirchlich getragene sozialpädagogische Ausbildung Zukunft hat.“
Kontakt und weitere Informationen
Das Seminar für Kirchlichen Dienst ist eine Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und bildet derzeit 190 Personen zu Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, zu Erzieherinnen und Erziehern und zu Heilerziehungspflegerinnen und -pflegern nach einem religions- und reformpädagogischen Konzept am Puschkinring 58 in Greifswald aus. Die Ausbildungen werden von der Evangelischen Hochschule Hessen als Grundstudium für den Studiengang Soziale Arbeit anerkannt. Weitere Informationen sind online zu finden unter www.seminar-greifswald.de oder per E-Mail unter info@seminar-greifswald.de.
Quelle: PEK (sk)