Pommerscher Kirchenkreisrat: Zukunftsfähigkeit im Fokus

11.06.2026 · Sassen. Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Überlegungen zum Schullandheim Sassen / Unterstützung für Musikprojekte in Grimmen, Penkun und Gülzowshof / Notsicherung des Kirchturms in Papendorf 

Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung hauptsächlich und ausführlich mit der Zukunft des Schullandheims Sassen. Das Evangelische Schullandheim „Hans und Sophie Scholl“ in Sassen ist Zentrum der kirchlichen Konfi- und Jugendarbeit im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, einem der wichtigsten Tätigkeitsfelder der kirchenkreislichen Arbeit. Das Schullandheim in Sassen ist über die dortige Konfirmanden- und Teamerarbeit hinaus eine Begegnungsstätte für Kirchengemeinden und vielfältige weitere Gruppen, wie beispielsweise Schulklassen oder Sportvereine. Bereits seit mehreren Jahren läuft der Betrieb des Schullandheims jedoch defizitär. Zudem ist die Jugendbegegnungsstätte dringend sanierungsbedürftig. Die KKR-Sitzung fand nicht wie sonst üblich im „Haus der Stille“ in Weitenhagen, sondern in der traditionsreichen Sassener Begegnungsstätte statt. Ziel des Austauschs vor Ort war es, für eine fundierte Beschlussempfehlung an die Synode weitreichende Hintergrundgrundinformationen zu sammeln und zu diskutieren.

 

Beschlussfassung im September geplant

 

Im Fokus standen mögliche Varianten für eine zukunftsfähige Arbeit mit Konfirmandinnen, Konfirmanden und Jugendlichen. Diese wurden erläutert von den Jugendpastorinnen Silke Kühn und Anne-Rose Rapraeger, von Pastor Mathias Thieme von der Konfirmandenarbeitsstelle Sassen sowie vom Geschäftsführer des Schullandheims Sassen, Arne Kühn. Zudem war Daniel Maronde von der Pommerschen Jugendvertretung in die KKR-Sitzung entsandt worden, um deren Votum in die Diskussion einzubringen. Im Anschluss an die Ausführungen entspann sich ein reges und fruchtbares Gespräch zwischen den Gästen und den Mitgliedern des Kirchenkreisrats, der sich im September erneut mit der Zukunft des Schullandheims Sassen befassen und dann voraussichtlich eine Empfehlung für die Synode verabschieden wird.

 

Jugendchor, Musical und Pop in der Kirche

 

Während der Sitzung beschloss der KKR, drei Vorhaben aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zu unterstützen. Die Kirchengemeinde Grimmen erhält 500 Euro für die Durchführung eines ökumenischen Konzerts mit einem Jugend-Chor in Zusammenarbeit mit dem Verein Adonia. Für die Veranstaltung des generationsübergreifenden Musicalprojekts „Der verlorene Sohn“ mit dem Chor Cantemus Penkun am 14. Juni erhält die Kirchengemeinde Penkun eine Unterstützung in Höhe von 400 Euro. Die Kirchengemeinde Gülzowshof lädt im Sommer unter dem Motto „Pop auf‘s Dorf“ Kinder und Jugendliche ein, die unter professioneller Anleitung ein musikalisches Programm erarbeiten, das am Ende des Projekts Familien, Freunden und Gästen präsentiert wird. Dafür sagte der Kirchenkreisrat der Kirchengemeinde 500 Euro zu.

 

Notsicherung des Kirchturms in Papendorf

 

Wie ein Gutachten zum Zustand der Kirche in Papendorf ergab, sind die hölzernen, von Backstein ummantelten Fachwerkteile so stark geschädigt, dass der Turm der Kirche, die zur Kirchengemeinde Hetzdorf gehört, nicht mehr standsicher ist. Die in der Nähe befindliche Bundesstraße 104 ist daher aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. In erster Linie zur Gefahrenabwehr, aber auch zur Eindämmung entstehender Kosten, müsse unverzüglich gehandelt werden, so der Kirchenkreisrat. Ein Maßnahmenplan, der dem Kirchenkreisrat vorlag, empfiehlt die Notsicherung des Turms, zu der auch Rückbauarbeiten zählen. Der Kirchengemeinderat hat die nötigen Maßnahmen bereits beschlossen. Um bei deren schnellstmöglicher Umsetzung zu helfen, beauftragte der Kirchenkreisrat das Kirchenkreisamt, die Kirchengemeinde Hetzdorf umfassend zu unterstützen und falls nötig ein zinsloses Darlehen in Aussicht zu stellen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 200.000 Euro, die Notsicherung soll voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein. Die Kirche Papendorf wird seit Jahren aufgrund des baulichen Zustands nicht mehr genutzt, eine Sicherung war bereits geplant. In dem Zusammenhang war auch das Holzgutachten erstellt worden.

 

Entwidmung der Kirche in Schwarzensee

 

Der Kirchenkreisrat befürwortete die Entwidmung der Kirche in Schwarzensee, die zur Kirchengemeinde Strasburg gehört. Der Kirchengemeinderat hatte die Entwidmung der seit 1990 nicht mehr genutzten Kirche beschlossen. Die ursprüngliche Kirche stammte aus dem 18. Jahrhundert, war aber nach 200 Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen und in den 1960er-Jahren wiederaufgebaut worden. Erhalt und Pflege der rund 1.100 Kirchen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern ist eine gewaltige Aufgabe und zählt zu den Kernanliegen der Verantwortlichen in beiden Kirchenkreisen. Entwidmungen sind daher eine absolute Ausnahme und sind, wenn es dazu kommt, meist das Ergebnis langwieriger und oft schmerzhafter Entscheidungsprozesse. Im Land Mecklenburg-Vorpommern gibt es fast ausnahmslos alte und denkmalgeschützte Kirchen. Jahrhundertealte Feld- und Backsteinkirchen prägen weite Teile der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Zwar dienen die Kirchen vor allem der Religionsausübung, die Kirchenkreise fühlen sich aber auch dem kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Erbe, das die Kirchen darstellen, verpflichtet. Zudem sind sie als Teil der Heimat, als Landmarken, Veranstaltungs- und Versammlungsorte unverzichtbar.

 

Weitere Themen 

 

Der Kirchenkreisrat befasste sich in seiner Sitzung ansonsten unter anderem mit anstehenden Bewerbungsgesprächen und Stellenausschreibungen. Außerdem berichtete die stellvertretende Leiterin der Finanzabteilung, Marie-Luise Matthias, umfassend aus der Finanzabteilung, unter anderem über die Zusammenarbeit mit finanziell herausgeforderten Kirchengemeinden. Die nächste Zusammenkunft des pommerschen Kirchenkreisrats, bei der es sich um die letzte Sitzung vor der Sommerpause handelt, findet am 7. Juli statt.

Quelle: PEK (sk)