Tag der Fördervereine in Pasewalk Fördervereine übernehmen Verantwortung für Kirchen
Von Nicole Kiesewetter
05.06.2026 · Pasewalk. Auf dem Gebiet der Nordkirche stehen mehr als 2.000 Kirchen und Kapellen. Für ihren Erhalt engagieren sich zahlreiche Fördervereine, in denen viele Ehrenamtliche mit großem Einsatz für ihre Kirchen aktiv sind.
Ein Ort für Austausch, Information und neue Impulse soll er sein, der jährlich stattfindende Tag der Fördervereine der Nordkirche, in diesem Jahr am 6. Juni ganz im Nordosten der Landeskirche in Pasewalk. In einer Region, in der Pastorinnen und Pastoren nicht selten mehr als zehn Kirchen zu betreuen haben.
Auf dem Programm stehen nach einer Andacht von Bischof Tilman Jeremias (Greifswald) eine Exkursion zur Kirche in Schmagerow mit einem Austausch über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten und ein Besuch der sanierten Kirche in Grambow. Schmargerow ist eine alte Gutskapelle, erzählt der zuständige Pastor Matthias Jehsert. „In dem Dorf stehen noch vielleicht zehn Häuser, aber da steht die Kirche - was macht man denn damit?“, skizziert er die Problematik, die so viele Gemeinden haben. Entstanden sei die Idee einer Kulturkirche. Das Thema: Leben an der Grenze, zwischen Stadt und Land, zwischen dem nahen Polen und Deutschland, zwischen Kirche und Kultur.
Kirchen als lebendige Begegnungsorte
Rund 50 Anmeldungen gibt es für den Tag, sagt Kirsten Wegener vom zuständigen Dezernat für Bauwesen. Darunter auch zwei Anmeldungen von Interessierten, die erst einen Förderverein gründen wollen.
„Die Mitglieder der Fördervereine leisten einen unschätzbaren Beitrag für das kirchliche Leben in unseren Regionen. Mit ihrem Engagement helfen sie dabei, dass Kirchen lebendige Orte der Begegnung bleiben.“ Der Tag der Fördervereine sei ein wichtiges Forum für alle, „die Verantwortung für den Erhalt kirchlicher Gebäude übernehmen“.
Viele konfessionslose Mitglieder
Erst kürzlich hatte Bischof Jeremias das ehrenamtliche Engagement für Kirchengebäude im Land hervorgehoben. Auf den Dörfern begegne er „oftmals den treuen Seelen“, die Kirchen öffnen, Veranstaltungen vorbereiten, Chöre tragen oder Besuchsdienste übernehmen. Diese Menschen „halten das kirchliche Leben an der dörflichen Basis am Leben“.
Zugleich verwies der Bischof auf die zahlreichen Fördervereine zum Erhalt der Dorfkirchen - häufig mit einem Anteil von 80 bis 90 Prozent konfessionsloser Mitglieder. „Aber sie engagieren sich für ihre Dorfkirche, kennen ihre Geschichte, lieben diesen Raum und bringen auch Ideen mit, wie dieses Gebäude zu nutzen ist“, sagte er. Er kritisierte, dass es vielerorts „zum guten Ton“ geworden sei, Kirchengebäude vor allem als Last zu betrachten. „Dabei sind diese unsere Kirchen momentan in einem so guten sanierten Zustand wie in ihrer Jahrhunderte langen Geschichte noch nie.“
Den Tag der Fördervereine gibt es seit 25 Jahren. 2027 findet er am 3. Juli in Hademarschen im Kreis Rendsburg-Eckernförde statt.
Quelle: epd