Pommerscher Kirchenkreisrat: Kirche gemeinsam leben und gestalten

09.07.2026 · Weitenhagen. Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Unterstützung für Freizeit der offenen Jugendarbeit / Kirchenkreis wird Mitglied der Pilgerinitiative / Handbücher für Datenschutz

Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die im „Haus der Stille“ in Weitenhagen stattfand, die Sommerfreizeit der offenen Jugendarbeit der Greifswalder Altstadtgemeinden St. Jacobi, St. Marien und St. Nikolai mit einem Zuschuss in Höhe von 600 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zu unterstützen. Die fünftägige Reise führt im August nach Den Haag. „Als offene Jugendarbeit sprechen wir Jugendliche in und um Greifswald an, egal ob sie zu einer Konfession gehören oder nicht und laden sie in den Turm der Jacobikirche ein“, so Jugendmitarbeiterin Kassandra Engel in ihrem Antrag an den KKR. „Als junger Mensch ohne bisherige Berührungspunkte zur Kirche die Treppen eines Kirchturms hinaufzusteigen, um dort Freizeit zu verbringen, bleibt trotz allem immer eine kleine Hürde. Ein nicht wegzudenkendes Element unserer Arbeit sind daher unsere Freizeiten.“ Während dieser Fahrten gebe es deutlich mehr Zeit, um die anderen Teilnehmenden sowie Kirche, wie sie gelebt und gestaltet wird, kennenzulernen, so Kassandra Engel.

 

PEK wird Mitglied der Pilgerinitiative

 

Künftig ist der Pommersche Evangelische Kirchenkreis Mitglied im Verein „Ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern“. Diesen Beschluss fasste der Kirchenkreisrat und bat zugleich Pilgerpastorin Ellen Nemitz, die Interessen des PEK im Verein zu vertreten. Im Gebiet des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises verlaufen vier bedeutende Pilgerwege: die Via Baltica, der Birgitta-Weg, der Greifenweg sowie der Marienpilgerweg am Kummerower See. „Diese Wege verbinden Kirchen, Landschaften, geistliche Orte und Menschen miteinander und machen Vorpommern für viele Pilgerinnen und Pilger zu einer attraktiven Region“, hieß es in der Beschlussbegründung. „Menschen pilgern aus persönlichen Gründen, zur Neuorientierung, zur Stärkung ihrer Gesundheit oder um gesellschaftliche Anliegen wie Frieden, Bewahrung der Schöpfung oder Gemeinschaft sichtbar zu machen.“ Dabei zeige sich zunehmend, dass die christliche Dimension des Pilgerns oft nur noch am Rande wahrgenommen werde. „An dieser Stelle eröffnen sich für uns als Kirche Chance und Auftrag, Menschen, die im übertragenen Sinn ‚auf dem Weg‘ sind, auch offen und einladend zu begegnen.“

 

Vernetzung in der Region

 

Der „Ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern e.V.“ wurde im April 2022 gegründet. Ziel des Vereins ist die Förderung und Stärkung der Pilgerarbeit in Vorpommern in ökumenischer Verbundenheit. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Planung und Durchführung von Pilgerveranstaltungen, die Gestaltung von Pilgergottesdiensten, die Ausbildung und Begleitung Ehrenamtlicher, die Vernetzung kirchlicher und gesellschaftlicher Akteure sowie die Förderung des Pilgerns als geistlicher Weg. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit ist zudem die Unterstützung und der Erhalt der Pilgerinfrastruktur. Die Kennzeichnung der Wege, die Pflege der Wegestrukturen sowie das Herbergswesen werden derzeit nahezu vollständig ehrenamtlich getragen. Neben zahlreichen Privatpersonen engagieren sich auch das Erzbistum Berlin durch die Tourismusseelsorge sowie die Pfarrei St. Bernhard Stralsund–Rügen–Demmin im Verein. Zudem besteht eine enge Kooperation zwischen der Pilgerinitiative und der Veranstaltungsreihe „Zeit für Dich – Spiritueller Sommer im Norden“, die im Zeitraum von Mai bis Oktober Angebote zur inneren Einkehr in der Region bündelt, die sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen richten.

 

Handbücher für Datenschutz beschlossen

 

Der Kirchenkreisrat beschloss die Einführung von drei Datenschutz- und IT-Sicherheitshandbüchern für die Kirchenkreisverwaltung, die Dienste und Werke sowie für die Kirchengemeinden. Die Handbücher enthalten Anweisungen zur Datenverarbeitung und IT-Sicherheit in organisatorischer, personeller und technischer Hinsicht. Die Datenschutz- und IT-Sicherheitsbeauftragte des PEK, Michaela Jakobi, stellte den Kirchenkreisratsmitgliedern die Handbücher als verbindliche Grundlage für die Einhaltung datenschutzkonformer Prozesse und eine sichere IT-Infrastruktur vor. Die Sicherheitshandbücher seien wichtig, da im Kirchenkreis täglich mit sensiblen und personenbezogenen Daten gearbeitet werde, betonte Michaela Jakobi. Die Handbücher würden alltagstaugliche Hilfestellung geben, als Beispiele nannte die Datenschutzbeauftragte unter anderem Passwortregeln und Hinweise für die Sicherheit am mobilen Arbeitsplatz. Künftig will sich der Kirchenkreisrat einmal jährlich über den Stand des Datenschutzes im Kirchenkreis informieren.

 

Weitere Themen 

 

Termine

Der Kirchenkreisrat stimmte folgenden Sitzungsterminen für das kommende Jahr 2027 zu: 19. Januar, 23. Februar, 16. März, 20. April, 25. Mai, 18. bis 20. Juni (Klausur in Graal-Müritz), 22. Juni, 31. August, 14. September, 12. Oktober, 16. November und 14. Dezember. Der Kirchenkreisrat verständigte sich zudem über den Termin für das nächste, noch in diesem Jahr geplante Treffen der beiden Kirchenkreisräte der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern. Der gemeinsame Austausch findet voraussichtlich am 19. September 2026 in Warnemünde statt.

 

Kirchengemeindeverband

Der Kirchenkreisrat erteilte den Kirchengemeinden Ahrenshagen, Damgarten-Saal, Lüdershagen und Semlow-Eixen die kirchenaufsichtliche Genehmigung zur Gründung des Kirchengemeindeverbands „Recknitz-Saaler Bodden“. Die Kirchengemeinden arbeiten bereits seit 2023 in einem Pfarrsprengel zusammen. Eine Fusion ist derzeit nicht geplant, aber die gemeinsame Anstellung von Mitarbeitenden in den Bereichen Verwaltung, Gemeindepädagogik und Kirchenmusik.

 

Kuratorium

Pröpstin Kathrin Kühl und Kirchenkreisratsmitglied Reinhard Kurowski wurden vom Kirchenkreisrat in das Kuratorium des „Hauses der Stille“ entsandt. Zudem schlug das Gremium die Berufung von Georg von Kymmel vor. Hintergrund war das Ende des zurückliegenden Berufungszeitraums. 

 

Kollektenplan 2027

Für das Jahr 2027 beschloss der KKR folgenden kirchenkreislichen Kollektenplan: 10. Januar – „Haus der Stille“ Weitenhagen, 14. März - „Auftauchen"-Jugendfestival in Greifswald, 28. März - Ökumenische TelefonSeelsorge Vorpommern, 9. Mai - Hospiz- und Krankenhausseelsorge, 11. Juli - Ehrenamtlichenarbeit im PEK, 12. September - Ökumenische Arbeit, 14. November - Arbeit mit Frauen im PEK.

Die Sprengelkollekten sind 2027 für folgende Zwecke bestimmt: Am 14. Februar für das Gustav-Adolf-Werk in MV (50 Prozent) und die Seemannsmission-Stationen in MV (50 Prozent), am 11. April für das Bildungskonzept TEO - Tage ethischer Orientierung in MV, am 13. Juni für das Posaunenwerk MV, am 8. August für die TelefonSeelsorge Mecklenburg-Vorpommern, am 10. Oktober für Friedensdienste: Aktion Sühnezeichen(50 Prozent) und den Volksbund Kriegsgräberfürsorge Landesverband MV (50 Prozent) sowie am 12. Dezember für das Diakonische Werk MV.

 

Der Kirchenkreisrat befasste sich in seiner Sitzung außerdem unter anderem mit Vertretungsdiensten, mit Stellenbesetzungen, mit dem Eckpunktepapier zum bischöflichen Dienst in der Nordkirche, mit der Anweisungsbefugnis im Kirchenkreisamt, mit der Satzung des „Hauses der Stille“ sowie mit Bau- und Finanzfragen. Außerdem berichtete die Leiterin der Finanzabteilung, Diana Schulmeister, aus der Finanzabteilung, unter anderem über die Zusammenarbeit mit finanziell herausgeforderten Kirchengemeinden. Die nächste Zusammenkunft des pommerschen Kirchenkreisrats findet erst nach der Sommerpause am 8. September statt.

Quelle: PEK (sk)