Schullandheim Sassen: 2.445 Unterschriften in acht Wochen

Petitions-Initiatorin Susanne Pagel (rechts) übergab in Greifswald eine Sammlung mit 2.445 Unterschriften für den Erhalt des Schullandheims Sassen an Pröpstin Kathrin Kühl.

Foto: PEK/S. Kühl

27.01.2026 · Greifswald/Sassen. Das Evangelische Schullandheim „Hans und Sophie Scholl“ in Sassen ist der zentrale Ort für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK). Eine Petition mit 2.445 Unterschriften für den Erhalt der traditionsreichen Begegnungsstätte überreichte in der vorigen Woche Susanne Pagel an Pröpstin Kathrin Kühl in Greifswald.

Susanne Pagel aus Görmin gehört zu einer Initiative engagierter Menschen, die sich für das Schullandheim einsetzen. „Die Unterschriften kamen in nur acht Wochen zusammen“, berichtete Susanne Pagel, die von ihrem Mann Torsten begleitet wurde. „Unsere Tochter ist Konfirmandin und begeistert von Sassen, außerdem kennen wir das Schullandheim aus unserer eigenen Jugendzeit und wünschen uns, dass dieser besondere Ort für junge Menschen erhalten bleibt“, begründeten die beiden Görminer ihr Engagement.

 

Dank an alle Engagierten

 

Kathrin Kühl nahm die Petition entgegen und dankte Susanne Pagel im Namen des Kirchenkreises sowie allen, die sich für das Schullandheim einsetzen. „Wir berücksichtigen in Bezug auf das Haus alle Aspekte und wägen ab, was das Beste für die Jugendarbeit im Kirchenkreis ist“, sagte die Pröpstin über den derzeitig bezüglich der Perspektiven des Hauses stattfindenden Prozess. Das Schullandheim Sassen sei Bestandteil des Doppelhaushalts 2026/2027 des pommerschen Kirchenkreises, betonte Kathrin Kühl im Gespräch mit Susanne und Torsten Pagel.

 

Gründung eines Fördervereins geplant

 

Während des Austauschs mit der Pröpstin schilderte Susanne Pagel ihre Eindrücke von der Zukunftswerkstatt, die Mitte Januar in Sassen stattfand. „Wir hatten nicht mit so einem großen Echo gerechnet“, so Susanne Pagel begeistert. Rund 70 Teilnehmende, darunter auch Mitglieder der durch den pommerschen Kirchenkreisrat beauftragten „AG Sassen“, tauschten sich vor Ort über die Zukunftsaussichten für das Haus aus. „Es war ein toller Nachmittag, an dem viele Ideen zur Sprache kamen.“ Gern wolle sie die dort auch diskutierten Pläne für die Gründung eines Fördervereins für das Schullandheim weiterverfolgen und sich engagieren, versprach die Görminerin, die sich weiterhin guten Kontakt mit der „AG Sassen“ wünschte. Interessierte Personen, die sich in einem Förderverein betätigen oder anderweitig engagieren möchten, können sich an Jugendpastorin Silke Kühn und Pastor Mathias Thieme von der Konfirmandenarbeitsstelle Sassen wenden: E-Mail: jugendpfarramt.kuehn@pek.de oder Telefon 015112789567.

 

Jugendbegegnungsstätte ist dringend sanierungsbedürftig

 

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zählt zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK). Das Evangelische Schullandheim „Hans und Sophie Scholl“ in Sassen ist dafür der zentrale Ort und über die dortige Konfirmanden- und Teamerarbeit hinaus eine Begegnungsstätte für Kirchengemeinden und vielfältige weitere Gruppen, wie beispielsweise Schulklassen oder Sportvereine. Bereits seit mehreren Jahren läuft der Betrieb des Schullandheims jedoch defizitär. Zudem ist die Jugendbegegnungsstätte dringend sanierungsbedürftig. Schätzungen gehen dabei von Kosten in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro aus.

 

Perspektiven und Möglichkeiten werden geprüft

 

Derzeit läuft ein aktiver und dynamischer Prozess, in dem die Perspektiven und Möglichkeiten für das Schullandheim Sassen gewissenhaft und breit gefächert geprüft werden. Dafür hat sich im PEK die „AG Sassen“ gebildet. Teil dieses Prozesses ist die Suche nach Mitstreitenden, Ideen-Gebenden, nach möglichen Kooperationen und finanzieller Unterstützung. Darüber hinaus sollen trag- und zukunftsfähige Konzepte entwickelt werden. Dabei sind die zu geringe Auslastung des Hauses und sinkende Belegungszahlen ebenso im Blick wie die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und deren Kosten. Angesichts stetig abnehmender Mitgliederzahlen und schwindender Finanzmittel ist es die Verpflichtung des Kirchenkreises, die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen verantwortungsbewusst und maßvoll einzusetzen. Zu den Überlegungen, die im Gespräch sind, zählen auch eine mögliche Verlagerung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im PEK von Sassen nach Weitenhagen in das „Haus der Stille“ oder deren Dezentralisierung.

 

Entscheidung liegt bei Kirchenkreissynode

 

Das große Engagement von Ehrenamtlichen, von Mitarbeitenden des PEK, aus Politik und Gesellschaft für den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Schullandheims Sassen ist höchst willkommen und wird seitens des PEK mit großer Dankbarkeit aufgenommen. Die „AG Sassen“ ist offen für Hilfsangebote und Unterstützende und prüft gegebenenfalls mögliche Wege der Zusammenarbeit. Die Entscheidung über die Zukunft des Schullandheims Sassen liegt letztlich bei der pommerschen Kirchenkreissynode, die sich mit den Perspektiven für das Haus noch eingehend beschäftigen wird. Das Haus ist aber Bestandteil des aktuellen Doppel-Haushalts 2026/2027.

 

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