Festgottesdienst zu 75 Jahren Slüterhaus Bischof Tilman Jeremias würdigt den langjährigen Dienst im einstigen Neubaugebiet
Foto: ELKM/Christian Meyer
21.08.2026 · Greifswald/Rostock. Das Slüterhaus in Rostock-Dierkow feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, 23. August 2026, ein Festgottesdienst mit dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Tilman Jeremias, statt. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr (Dierkower Höhe 43, 18146 Rostock) und bietet Gelegenheit, auf die Geschichte des Hauses zurückzublicken und zugleich nach seiner Bedeutung für die Menschen im Stadtteil und die Kirche heute zu fragen.
„Wir sind Gottes Mitarbeiter“
Im Mittelpunkt der Predigt steht der Bibeltext 1. Korinther 3,9–17. Bischof Tilman Jeremias betont, dass Christus der tragende Grund ist, auf dem Gemeinde lebt und baut. Menschen gestalten Kirche mit ihren Gaben, doch der Grundstein bleibt unverrückbar Christus. Die Gemeinde ist „Gottes Bau“ – und jeder Christenmensch Teil dieses lebendigen Gebäudes. Für Tilman Jeremias ist entscheidend, „dass geistliches Leben dort wächst, wo Menschen sich auf Christus ausrichten und im Vertrauen auf Gottes Geist gemeinsam handeln.“
Ein geistlicher Ort im Wandel
Für den Bischof ist das Jubiläum ein Zeichen dafür, dass Kirche „ein pilgerndes Gottesvolk bleibt – offen für Veränderung, getragen von Christus und verbunden durch Gottes Geist“. Das Slüterhaus sei seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Menschen Glauben teilen, Gemeinschaft leben und einander stärken. „Wir bauen – aber Gott trägt“, so Tilman Jeremias. Die hier geleistete Arbeit zeige, wie sehr kirchliches Leben von Treue, Beharrlichkeit und der Bereitschaft lebt, Menschen in ihrem Alltag zu begleiten.
Freude über Sanierung – Wehmut über Abschied
Der Gottesdienst ist Anlass zur Dankbarkeit: Das Slüterhaus wurde in den vergangenen Jahren umfassend energetisch saniert und barrieregerecht erweitert. So verfügt das Gebäude neben einer Geothermie-Anlage ebenso über eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. Diese Anlage ermöglicht es nachhaltigen Strom selbst zu produzieren.
Zugleich ist der Tag ein Moment der Wehmut, denn der langjährige Pastor Sebastian Gunkel wechselt nach Wismar. Bischof Tilman Jeremias würdigt seinen Dienst als „von großer Treue, geistlicher Tiefe und spürbarer Nähe zu den Menschen“. Sein Wirken habe das Gemeindeleben über viele Jahre geprägt und getragen.
Quelle: ELKM (dds/cme)
Geschichte der Slütergemeinde und des Slüterhauses
Die Slütergemeinde trägt den Namen des Rostocker Reformators Joachim Slüter, Kaplan an St. Petri, gestorben 1532. Das Dorf Dierkow gehörte seit seiner Gründung zur Kirchgemeinde Toitenwinkel. Mit dem Bau der Stadtrandsiedlung Rostock‑Dierkow (1935–1937) und dem späteren Neubaugebiet (ab 1980) wuchs die Gemeinde. 1950 entstand die eigenständige Slütergemeinde. Das Slüterhaus wurde 1951 als Pfarr- und Gemeindehaus errichtet und prägt seit 75 Jahren das kirchliche Leben im Stadtteil. Seit dem 1. Januar 2026 gehört die ehemalige Slütergemeinde zur Evangelisch-Lutherischen Jakobus‑Kirchengemeinde Rostock. Derzeit prüft die Bauabteilung des Kirchenkreises eine geeignete und mit der Kirchengemeinde abgestimmte Weiternutzung des Hauses.