Umfrage Bürgermeister registrieren zunehmende Unzufriedenheit

26.08.2026 · Hamburg. In den Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts wächst nach Wahrnehmung von Bürgermeistern und Ratsmitgliedern die Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung gaben in Mecklenburg-Vorpommern 47 Prozent der Bürgermeister und 50 Prozent der Ratsmitglieder an, die Stimmung habe sich in den zurückliegenden Monaten verändert, wie die Stiftung am Mittwoch in Hamburg mitteilte. In Sachsen-Anhalt sagten das sogar 62 Prozent der Bürgermeister und 61 Prozent der Ratsmitglieder. Begründet werde dies vor allem mit einer wachsenden, grundsätzlichen Unzufriedenheit mit der Bundes- und Landespolitik, hieß es.

 

„Kurz vor den Landtagswahlen zeigt sich, dass bundes- und landespolitische Konflikte bis in die Kommunen hineinwirken. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Ratsmitglieder und Verwaltungsverantwortliche erleben ein raueres Klima, Desinformation und wachsenden politischen Druck“, kommentierte Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Demokratie und Zusammenhalt der Körber-Stiftung, die Ergebnisse.

 

Mögliche Auswirkungen einer AfD-Regierungsübernahme

 

Leitende Mitarbeitende der Kommunalverwaltung fragte Forsa, welche Auswirkungen es ihrer Sicht nach auf die Strukturen und Abläufe in der Verwaltung hätte, wenn die AfD die künftige Landesregierung anführen würde: In Mecklenburg-Vorpommern erwarten demnach 44 Prozent, in Sachsen-Anhalt 52 Prozent größere Auswirkungen auf Strukturen und Abläufe der Kommunalverwaltung.

 

Sowohl Bürgermeister und Ratsmitglieder als auch leitende Mitarbeitende der Verwaltung sehen sich den Angaben zufolge regelmäßig mit bewussten und gezielten Falschmeldungen über ihre Arbeit konfrontiert. So berichteten etwa 56 Prozent der Bürgermeister aus Mecklenburg-Vorpommern und 74 Prozent der Bürgermeister aus Sachsen-Anhalt, dass sie bereits mindestens einmal, zumeist aber auch mehrfach Erfahrung mit Desinformation gemacht haben. 42 Prozent der Bürgermeister in Mecklenburg-Vorpommern und 66 Prozent der Bürgermeister in Sachsen-Anhalt sorgen sich um eine Zunahme von Desinformation im Zuge des Landtagswahlkampfes.

Quelle: epd