Landtagswahl Bischof Jeremias warnt vor der AfD
26.08.2026 · Schwerin/Greifswald. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommen findet Bischof Tilman Jeremias deutliche Worte. Er warnt vor den Folgen einer AfD-Regierung.
Wenn diese Partei in MV an die Regierung komme, könnte „unsere Demokratie in Gefahr geraten“, sagte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche im Interview mit dem Portal evangelische-zeitung.de. Demokratie heiße nicht nur, dass man wählen gehen könne. Es gehe auch um Freiheitsrechte und gleiche Würde für alle.
„Völkischer Nationalismus und christlicher Glaube sind nicht miteinander vereinbar“, sagte Jeremias. Gott habe alle Menschen mit gleicher Würde geschaffen, alle seien gleich viel wert. Daneben würde die AfD die kulturelle Vielfalt des Landes auf ein Minimum reduzieren, das gleiche gelte im sozialen Bereich. Jeremias: „Vieles, was wir jetzt über die Diakonie tun, in der Pflege, in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, in der Beratungsarbeit, würde massiv finanziell eingeschränkt.“
Debatten in Gemeinden
Deshalb gebe es von der Nordkirche eine Plakataktion zur Landtagswahl, etwa Banner mit den Sprüchen „Unser Kreuz ist bunt“, zudem laufe eine gemeinsame Aktion mit der Diakonie MV. Das sorge in den Gemeinden auch für Diskussionen, nicht alle machen mit. „Wir versuchen, mit jedem Menschen im Gespräch zu bleiben und gleichzeitig eine klare Haltung zu zeigen,“ sagte der Bischof.
Er selbst sei auch im Gespräch mit Menschen, die der AfD angehören. Dies habe jedoch Grenzen: „Wenn jemand nur noch seinen, ich sag mal, Nazisprech durchziehen will, breche ich ein Gespräch aber auch ab.“ Eine Grenze zieht Jeremias auch, wenn es an die Würde von Menschen geht. Die Kirche sei etwa für geflüchtete Menschen sehr aktiv. „Zu sagen, wir müssen sie jetzt alle loswerden, würde unser Selbstverständnis konterkarieren!“, sagte er und ergänzte: „Gerade die, die in Not sind, die aus Kriegsgebieten zu uns flüchten, müssen hier menschenwürdig behandelt werden.“
Quelle: epd