Pastor Frank Polenz in Torgelow ordiniert Bischof Jeremias: "Ein Dienst aus Vertrauen, Mut und klarem Wort"
04.05.2026 · Greifswald/Torgelow. Bischof Tilman Jeremias hat Pastor Frank Polenz ordiniert. Er würdigte seinen Weg vom nichtkirchlichen Elternhaus zur späten Taufe und seine Berufung, das Evangelium mutig und klar zu verkündigen.
Am Sonntag (3. Mai 2026) ist Frank Polenz in einem Festgottesdienst in der Stadtkirche Torgelow von Bischof Tilman Jeremias ordiniert und zugleich in seinen Dienst als Pastor der Evangelischen Kirchengemeinde Torgelow eingeführt worden. Sein Ordinationsspruch steht in Römer 1,16: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“
Ein kraftvoller Zuspruch und ein lautes Ja Gottes
In seiner Ansprache betonte Bischof Tilaman Jeremias die Bedeutung, dass die Ordination am Sonntag Kantate gefeiert werde – in einer Zeit des Aufbruchs im Kirchenjahr und begleitet von reicher Kirchenmusik. Zugleich dankte er den Brüdern Philipp und Johannes Staak für ihr Engagement, das die Besetzung der Pfarrstelle in Torgelow ermöglicht habe. Für Gemeinde, Stadt und die umliegenden Dörfer sei es ein ermutigendes Zeichen, dass nun eine junge Pfarrfamilie ihren Dienst beginne. Tilman Jeremias erinnerte daran, dass die Ordination mehr sei als ein liturgischer Startpunkt: „Mit der Ordination sagen Sie, lieber Herr Polenz, Ihr kleines menschliches ‚Ja‘ zum Auftrag Ihrer Kirche. Aber viel größer und entscheidender ist das ‚Ja‘ Gottes, das heute laut wird.“ Gottes Segen werde ihm durch Menschen zugesprochen, die ihn begleitet hätten, und die Gemeinde verspreche, mit ihm zusammenzuarbeiten und für ihn zu beten.
Trotz allen Widerständen von der Liebe Gottes sprechen
Der Bischof unterstrich die evangelische Überzeugung, dass die Verkündigung des Evangeliums allen Christinnen und Christen aufgetragen sei, der Pastor jedoch eine besondere Verantwortung in der öffentlichen Leitung trage. Zur Wahl des Ordinationsspruchs aus Römer 1,16 sagte Tilman Jeremias, Paulus habe sich trotz Widerständen nicht geschämt, von der Liebe Gottes zu allen Menschen zu sprechen. Auch heute schüttelten viele den Kopf, wenn Christinnen und Christen ihren Glauben als Halt bezeugten. „Aber Paulus hat erlebt, dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist. Solche Erfahrungen wünsche ich Ihnen, lieber Herr Polenz, in Ihrem Amt, das Sie in herausfordernden Zeiten antreten.“, so Bischof Tilman Jeremias. Er schloss mit dem Wunsch, dass Gottes Kraft dem neuen Pastor immer wieder zuströme und dass die Familie in Torgelow gute Wurzeln schlage und schnell heimisch werde.
Ein ungewöhnlicher Weg zur Berufung
Frank Polenz, 1991 in Bergen auf Rügen geboren, wuchs in einer nichtkirchlichen Familie auf und wurde erst als Erwachsener getauft. Seine Berufung fand er bewusst und eigenständig – ein Weg, der ihn heute besonders prägt. Nach dem Abitur 2009 in Neubrandenburg studierte er zunächst Kognitionswissenschaften in Osnabrück (Bachelor und Master), darunter ein Jahr in Finnland. Von 2022 bis 2024 folgte das Masterstudium der Evangelischen Theologie in Greifswald, anschließend das Vikariat in Wismar. Frank Polenz ist verheiratet, das Paar hat vier Kinder. Seine Frau arbeitet als Psychologin im Schulamt Greifswald.
Das Evangelium teilen – im Gottesdienst und im Alltag
Für seinen Dienst formuliert Frank Polenz eine klare Motivation: „Mir ist vor allem die Verkündigung von Gottes Wort wichtig – im Gottesdienst ebenso wie im persönlichen Kontakt.“ Er freue sich darauf, gemeinsam mit der Gemeinde im Glauben zu wachsen und einen Beruf aus seinem Glauben heraus ausüben zu dürfen, so Frank Polenz nach seiner Ordination.
Hintergrund Ordination
Mit der Ordination (lateinisch: ordinatio – Amtseinsetzung) werden den Geistlichen die Rechte und Pflichten einer Pastorin und eines Pastors feierlich zugesprochen. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie und der zweijährigen praktischen Ausbildung in Kirchengemeinden und im Predigerseminar (Vikariat) beginnt mit der Ordination der Dienst in der Nordkirche. Dazu gehören die öffentliche Wortverkündigung, die Sakramentsverwaltung (Taufe und Abendmahl) und die Seelsorge.
Quelle: Nordkirche (dds)