Soziales Evangelische Akademien: Pflegekrise gefährdet Demokratie

23.04.2026 · Berlin. Die Evangelischen Akademien in Ostdeutschland sehen in der Pflegekrise eine Gefahr für die Stabilität der Demokratie. Die Krise des Pflegewesens sei eine Bewährungsprobe für die Leistungsfähigkeit des Sozialstaats, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Akademien. Zu diesem Fazit seien die Leitungen der evangelischen Bildungsstätten nach ihrem 13. Fachgespräch zur Demokratie mit Expertinnen und Experten zur Pflegesituation gekommen.

Gerade im Osten sei die Bevölkerung überaltert. In vielen ostdeutschen Kreisen seien mehr als 30 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, erklärte der Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, Christoph Maier: „Die Situation in Ostdeutschland ist ein Indikator für die sich verstärkende Krise des Pflegewesens.“ Menschen müssten darauf zählen können, dass sie „im Alter menschenwürdig versorgt werden“, sagte Maier.

 

Pflege von individuellen Ressourcen abhängig

 

Die Direktorin der Berliner Evangelischen Akademie, Friederike Krippner, betonte, würdige Pflege könne „nur in einer Solidargemeinschaft gelingen“. Beunruhigend sei, dass gute Pflege immer stärker von individuellen Ressourcen wie Geld, Zeit, sozialen Netzwerken und Wohngegend abhängig sei. Sie forderte auch „unpopuläre Lösungen“ anzugehen, etwa die Auflösung des Nebeneinanders von privater und gesetzlicher Pflegeversicherung.

Quelle: epd