Rostocker Stadtmission Diakonie wird Trägerin des Psychosozialen Zentrums Rostock
29.04.2026 · Rostock. Das Rostocker Psychosoziale Zentrum für traumatisierte Migranten ist gerettet. Die Diakonie übernimmt zum 1. Mai die Trägerschaft vom Rostocker Verein "Ökohaus".
Der Fortbestand des Psychosozialen Zentrums Rostock (PSZ Rostock), das sich um traumatisierte Migranten kümmert, ist gesichert. Wie die Rostocker Stadtmission am Mittwoch mitteilte, wird sie zum 1. Mai die Trägerschaft für das PSZ Rostock vom bisherigen Träger, dem Rostocker Verein „Ökohaus“, übernehmen. Damit könne die einzige spezialisierte Anlaufstelle für Menschen mit Migrations-, Flucht-, Gewalt- oder Foltererfahrung in der Region weiterarbeiten, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang, hieß es. Alle drei PSZ in MV seien jetzt unter dem Dach der Diakonie angesiedelt. Weitere PSZ gibt es in Greifswald und in Neubrandenburg.
Das PSZ Rostock biete seit vielen Jahren niedrigschwellige psychosoziale Beratung, Therapie und Stabilisierung für besonders schutzbedürftige Geflüchtete aller Altersgruppen. Die Einrichtung war laut Mitteilung im vergangenen Jahr existenziell bedroht, nachdem die Ausschreibung europäischer Fördermittel kurzfristig ausgesetzt und anschließend stark gekürzt wurde. Diese Mittel machten bislang den Großteil der Finanzierung aus.
Spenden werden dringend benötigt
Herausfordernd bleibe die Finanzierung des PSZ Rostock, hieß es. In verschiedenen Bereichen wie etwa in der Kunsttherapie, im Kinder- und Jugendbereich und bei der muttersprachlichen psychologischen Beratung müssten Angebote stark reduziert werden. Um Angebote zu erhalten oder wieder aufzubauen, benötige das PSZ Rostock weiterhin dringend Spenden.
Viele Geflüchtete sind traumatiert
Viele geflüchtete Menschen haben laut Mitteilung Krieg, Verfolgung, Gewalt oder den Verlust von Angehörigen erlebt. Ohne fachgerechte Unterstützung könnten diese Erfahrungen zu schweren psychischen Erkrankungen, sozialem Rückzug und dem Verlust von Selbstständigkeit führen, hieß es. Besonders in der ersten Zeit nach der Ankunft in Deutschland sei der Zugang zum Gesundheitssystem häufig erschwert.
PSZ bieten Hilfe
„Psychosoziale Zentren bieten spezialisierte Therapie, Beratung und Stabilisierung - oft in der Muttersprache und mit kultur- sowie diskriminierungssensiblem Ansatz“, hieß es von der Stadtmission Rostock. Ihre multiprofessionelle Arbeit stärke psychische Gesundheit, soziale Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe. Frühzeitige psychosoziale Unterstützung beuge Chronifizierungen vor und verhindere, dass Belastungen in akute Krisen oder stationäre Behandlungen übergehen.
Bundesweit betreuen die PSZ den Angaben zufolge jährlich rund 30.000 Menschen. Sie deckten damit nur etwa 3,1 Prozent des tatsächlichen Bedarfs ab, hieß es. PSZ seien die einzigen spezialisierten Einrichtungen für traumatisierte und besonders schutzbedürftige Geflüchtete und eine unverzichtbare Ergänzung der gesundheitlichen Regelversorgung.
Quelle: epd