Schulstiftung der Nordkirche Bischöflicher Besuch in evangelischer Schule Hagenow
Foto: Weike Volkland
24.04.2026 · Hagenow. Am heutigen Freitag besuchten die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein Nora Steen und der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern Tilman Jeremias die Evangelische Schule „Dr. Eckart Schwerin“ in Hagenow.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand der persönliche Austausch mit der Schulgemeinschaft sowie der Einblick in das besondere pädagogische Konzept der Schule. Bischöfin Nora Steen ist der Besuch ein persönliches Anliegen: „Ich komme mit großer Neugier nach Mecklenburg-Vorpommern und möchte vor allem die vielfältige Bildungsarbeit vor Ort kennenlernen. Es beeindruckt mich, mit wie viel Engagement und Kreativität hier christliche Bildung gestaltet wird und wie Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung begleitet werden. Evangelische Schulen sind Orte, an denen dies in besonderer Weise gelebt wird.“
Bischof Tilman Jeremias erzählt: „Die Schulstiftung hat den Großteil ihrer Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und diese Schulen sind beliebte Orte der Bildung, auch bei Schülern und Eltern ohne Kirchenbindung. Das liegt daran, dass das Kind, die Jugendlichen mit ihren Bedürfnissen und mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelunkt stehen, was aus christlicher Überzeugung herrührt: Jeder Mensch ist ein besonderes Geschöpf Gottes und muss entsprechend auch individuell gefördert werden.“
Ganzheitliche Bildung
Der Schulbau leuchtet im Stadtteil mit einem Regenbogen an der Fassade als Symbol für Vielfalt. Die evangelische Schule in Hagenow bietet moderne Lernbedingungen für 205 Schülerinnen und Schüler. Ein pädagogisches Team von 13 Lehrkräften und fünf Erziehern und Erzieherinnen legt großen Wert auf ein ganzheitliches Lernen. Dabei haben sie sowohl die Entwicklung der fachlichen als auch der sozialen und persönlichen Kompetenzen der Kinder im Blick. Seit dem Schuljahr 2024/2025 setzt die Schule auf den rhythmisierten Ganztag. Pädagogische Fachkräfte aus dem Hort begleiten die Schüler und Schülerinnen nicht nur am Nachmittag, sondern auch im Unterricht. Damit wird die Schule zu einem durchgängigen Lern- und Lebensort von der Betreuung im Frühhort ab 6:45 Uhr bis zum Ganztagsende um 17:00 Uhr. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, dem pädagogischen Team und den Schülerinnen und Schülern bildet dabei die Grundlage für eine erfolgreiche Bildungsarbeit. Die Schule verbindet moderne Pädagogik mit einem ganzheitlichen Bildungsansatz, bei dem jedes Kind individuell gefördert wird. Das christliche Menschenbild prägt das gemeinsame Lernen und die Schulgemeinschaft. Durch die gewaltfreie Kommunikation auf Augenhöhe entsteht ein Lernort, der Kinder dabei unterstützt, ihre Stärken zu entdecken.
Reformpädagogik und gelebte Gemeinschaft
Die Schule „Dr. Eckart Schwerin“ ist eine Grundschule mit Orientierungsstufe und Hort. Trägerin der Schule ist die „Schulstiftung der Nordkirche“. Ihr Pädagogisch-Theologischer Vorstand Kai Gusek sagt: „Immer, wenn ich die Schule in Hagenow besuche, ist das etwas ganz Besonderes. Die Zusammenarbeit im Haus mit den unterschiedlichen Professionen ist spürbar. Die Kinder stehen im Mittelpunkt der Arbeit.“ Ein zentrales Merkmal des schulischen Konzepts ist das jahrgangsübergreifende Lernen in den Klassenstufen 1 bis 4 sowie 5 und 6. Schulleiterin Anika Blättrich erzählt: „Unsere Schule ist sehr gefragt, die Eltern schätzen das Lernen ohne Druck und ohne Noten und freuen sich, dass ihre Kinder gerne in die Schule gehen. Dass wir jetzt für den Deutschen Schulpreis nominiert sind, zeigt: Unsere pädagogische Arbeit ist stark und wird gesehen.“ Der Deutsche Schulpreis würdigt Schulen, die in zentralen Qualitätsbereichen wie Unterrichtsqualität, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulklima und Schulentwicklung besonders überzeugen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Lernen so gestaltet werden kann, dass alle Kinder bestmöglich gefördert werden.
Vielfältige Lernangebote
Das Lernen an der Evangelischen Schule in Hagenow ist geprägt von dem Konzept des offenen Unterrichts, Projekten und Freiarbeit. Eigenverantwortliches Lernen steht hier im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch besondere Aktivitäten wie Projektwochen, Klassenfahrten, Waldtage sowie Medienprojekte. Ein Highlight für den Nachmittag ist die auf dem Schulgelände ansässige Sophie Medienwerkstatt e.V., die zusätzliche Angebote im Bereich Film, Medien und 3D-Druck ermöglicht. Mit ihrem Besuch würdigen die Bischöfin und der Bischof das Engagement der Schule, die christliche Werte, innovative Pädagogik und eine starke Gemeinschaft erfolgreich miteinander verbindet.
Beraten. Gründen. Weiterentwickeln.
Die Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland ist mit 20 Schulen (18 in Mecklenburg-Vorpommern und zwei in Schleswig-Holstein) sowie 14 angegliederten Horten der größte Träger evangelischer Schulen im norddeutschen Raum. Mehr als 550 Mitarbeitende begleiten rund 3.300 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 1.400 Hortkinder. Das Angebot der Stiftung wächst kontinuierlich: Im November 2023 wurde die erste Kindertagesstätte in Anklam eröffnet, im August 2025 folgte die Übernahme der evangelischen Kita „Balthasar Koch“ in Wismar in die Trägerschaft. Die Schulstiftung berät Gründungsinitiativen, koordiniert den Aufbau und die Weiterentwicklung evangelischer Schulen, übernimmt Organisations- und Verwaltungsaufgaben und vertritt ihre Einrichtungen in rechtlichen und politischen Fragen. Alle getragenen, betriebenen und geförderten Einrichtungen sind durch ein evangelisches Profil, eine reformpädagogische Ausrichtung sowie ein inklusives Bildungsverständnis geprägt. Als Ausdruck des kirchlichen Auftrags der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland engagiert sich die Schulstiftung für die Bildung und Erziehung junger Menschen und richtet sich dabei an alle Menschen, um das Evangelium von Jesus Christus erfahrbar zu machen.
Quelle: Nordkirche (mn/cl/wv)