Aufruf zu entschlossenem, menschlichem Engagement Christopher-Street-Day in Neubrandenburg verläuft ohne Zwischenfälle

19.08.2023 · Neubrandenburg.

Rund 700 Menschen sind am Sonnabend anlässlich des Christopher-Street-Days (CSD) durch Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gezogen. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, wie das Polizeihauptrevier Neubrandenburg dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Zu Beginn der Veranstaltung habe es eine kleine Gegendemonstration mit drei Teilnehmern gegeben, die aber zu keinen Störungen geführt habe.

Wegen rechtsextremer Angriffe auf die queere Szene in Mecklenburg-Vorpommern stand der CSD besonders im Fokus. Unbekannte hatten am 29. Juli die Regenbogenflagge auf dem Bahnhofsvorplatz in Neubrandenburg gegen eine Hakenkreuzflagge ausgetauscht. Einen Tag später hatte ein 19-Jähriger in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) Aufkleber mit rechten Botschaften an Straßenlaternen angebracht.
 

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) wollte mit ihrer Teilnahme am CSD in Neunbrandenburg ein „Statement gegen Hass und Hetze“ setzen. „Auf diese Taten kann es nur eine Antwort geben: Lassen Sie uns geschlossen und entschlossen gegen diese Attacken vorgehen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in ihrer Ansprache.
 

Der Tausch der Regenbogenflagge habe ihn schockiert und wütend gemacht, sagte auch Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos). „Zum ersten Mal in meiner Amtszeit hatte ich das Gefühl, dass die zunehmende Radikalisierung auch in unserer Stadt angekommen ist.“
 

Die Teilnehmenden des CSD bat Witt, optimistisch, bunt, weltoffen und demokratisch zu sein. „Bleibt Menschen, die wissen, dass wir alle diese Menschlichkeit brauchen.“
 

Im Hinblick auf Kommentare in den sozialen Medien, die auf seine sexuelle Orientierung anspielten, betonte Witt, dass seine Homosexualität bei seinen Vorbereitungen auf den CSD keine Rolle gespielt habe. Es gebe kein homosexuelles oder heterosexuelles Engagement für die Demokratie, sondern nur ein entschlossenes, menschliches Engagement.
 

Die Tradition des „Christopher Street Day“ stammt ursprünglich aus den USA und dient dazu, sexuelle Vielfalt im Alltag sichtbar zu machen. Menschen aller sexueller Orientierungen kommen zusammen und feiern Werte wie Toleranz, Respekt und Vielfalt.

Quelle: epd