Pommerscher Kirchenkreisrat: Alte Bücher bekommen neues Zuhause

20.10.2022 · Weitenhagen. Sitzung des Pommerschen Kirchenkreisrats: Heimatverein Demmin erhält Synodalbibliothek als Dauerleihgabe / Koordinatorin für Pilgerarbeit beauftragt / Amtsleiter das Vertrauen entzogen

Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die im „Haus der Stille“ in Weitenhagen stattfand, dem Heimatverein Demmin den Restbestand der Demminer Synodalbibliothek als Dauerleihgabe zu überlassen. Wie der Vorsitzende des KKR, Propst Gerd Panknin, mitteilte, befinden sich die Bücher, die zum Teil auch aus der Altentreptower Synodalbibliothek stammen, zurzeit auf dem Dachboden der Demminer Kirche. Der einstige Bibliotheksbestand sei nicht mehr vollständig, der Zustand der Bände zudem äußerst schlecht. Die Sammlung aus Publikationen eher jüngeren Datums umfasse rund fünf laufende Meter, so der Propst. Für den Kirchenkreis komme eine Nutzung nicht infrage, da es in der Propstei Demmin bereits eine umfassende Synodalbibliothek gebe. „Entsprechend groß ist die Freude darüber, dass der Heimatverein Demmin sich der Bibliothek annimmt und die noch zu rettenden Bücher reinigen und in seinen Räumlichkeiten zur weiteren allgemeinen Nutzung aufstellen möchte“, sagte Gerd Panknin. Der Kirchengemeinderat Demmin hat der Beräumung des Kirchendachbodens und der Vergabe der Synodalbibliothek als Dauerleihgabe an den Demminer Heimatverein bereits zugestimmt.

 

Koordinatorin für Pilgerarbeit beauftragt

 

Der Kirchenkreisrat beauftragte Pastorin Ellen Nemitz mit der Koordination der Pilgerarbeit im Kirchenkreis. „Wir freuen uns über ihre Bereitschaft, auf ehrenamtlicher Basis für diese wichtige kirchliche Aufgabe Sorge zu tragen“, hieß es zu dem Beschluss seitens des KKR. Das Pilgerwesen habe zu allen Zeiten in der christlichen Kirche eine bedeutende Rolle gespielt und erlebe seit längerem auch im säkularen Kontext wachsenden Zuspruch. „Das Thema Pilgern ist für Ellen Nemitz eine Herzensangelegenheit. Sie hat sich in den vergangenen Jahren bereits intensiv um den Ausbau des Pilgerwegs der Heiligen Birgitta gekümmert“, sagte der Stralsunder Propst Tobias Sarx. „Zudem hat Ellen Nemitz gemeinsam mit ihrer katholischen Kollegin Marion von Brechan auf der Insel Rügen und in Stralsund beeindruckende Angebote zum Thema Pilgern geschaffen, die sich großer Beliebtheit erfreuen und die Ökumene stärken.“ Das bereits bestehende Pilgernetzwerk im Kirchenkreis, zu dem unter anderem die von Sabine Petters betreute „Offene Kapelle“ in Jager und die Pilgerherbergen in Pinnow und in Bauer Wehrland zählen, werde Ellen Nemitz als Koordinatorin für Pilgerarbeit ausbauen sowie weitere Verbindungen knüpfen, so die Überzeugung des Kirchenkreisrats. Das Pilgernetzwerk im PEK mit den genannten Standorten ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer im Norden“.

 

Kirchenkreisrat entzieht Amtsleiter das Vertrauen

 

Wie bereits gestern, am 19. Oktober, in einer Pressemitteilung veröffentlicht, befasste sich der KKR in der Sitzung auch mit der Situation im Greifswalder Kirchenkreisamt und entzog Amtsleiter Hartmut Dobbe einstimmig das Vertrauen. Der Kirchenkreisrat vertrete grundsätzlich andere Auffassungen hinsichtlich konzeptioneller Leitungsarbeit sowie in Bezug auf die Führung von Mitarbeitenden als Hartmut Dobbe. Dies habe sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten immer stärker herauskristallisiert, hieß es aus den Reihen des Gremiums zur Begründung. „Der Kirchenkreisrat hat Zweifel daran, dass die ordnungsgemäße Führung der Amtsgeschäfte durch Hartmut Dobbe noch gewährleistet ist“, so der Beschluss. Alle weiteren dienstrechtlichen Schritte obliegen nun dem Landeskirchenamt der Nordkirche. Der Vorsitzende des Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, teilte Hartmut Dobbe die Entscheidung des KKR gestern früh in Begleitung weiterer Mitglieder des Gremiums mit. Anschließend wurden noch am selben Tag die Mitarbeitenden des Kirchenkreisamts, die Mitglieder der Kirchenkreissynode sowie die pommerschen Kirchengemeinden informiert. Die Fortführung der Amtsgeschäfte wurde mit den Abteilungsleitenden verabredet. Die pommersche Kirchenkreisverwaltung wird als „Pommersches Evangelisches Kirchenkreisamt“ bezeichnet. Das Kirchenkreisamt kümmert sich als Dienstleister um die Verwaltungsgeschäfte des Kirchenkreises und der pommerschen Kirchengemeinden.

 

Weitere Themen und nächster Sitzungstermin

 

Der KKR beschäftigte sich in seiner Sitzung außerdem unter anderem mit mehreren weiteren Personalfragen, mit Finanzfragen sowie mit den Inhalten und der Vorbereitung der Kirchenkreissynode am 12. November in Greifswald. Themen der Herbstsynode sind neben dem Haushalt 2023 unter anderem die Vereinheitlichung des kirchlichen Arbeitsrechts, die Größe der künftigen Synode, die Bildung eines Pröpstewahlausschusses, die Schaffung von Pfarrsprengeln, Änderungen der Kirchenkreissatzung und die Ergebnisse der AG Pfarramtsassistenz. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 8. November 2022 statt.

Quelle: PEK (sk)