Karwoche und Ostern Der Kern der Osterbotschaft ist von Dauer

Ostern (Symbolbild)

Foto: Colourbox

29.03.2021 · Rostock/Stralsund. Die Evangelischen Kirchengemeinden in MV gestalten in Zeiten der Corona-Pandemie die Karwoche und das Osterfest zwar auch in diesem Jahr anders als sonst, laden aber wieder zu Gottesdiensten, „Offenen Kirchen“ sowie zu Online-Angeboten ein.

Ostern in Mecklenburg-Vorpommern: Die 220 Kirchengemeinden im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und die 151 Kirchengemeinden im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis haben viele Vorbereitungen für die Karwoche und Ostern getroffen. Doch wird es in diesem Jahr aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erneut ein Osterfest, das anders gefeiert wird, als vor der Pandemie. Im Gegensatz zum Vorjahr wird es aber vielerorts Präsenzgottesdienste unter strenger Einhaltung der Hygieneregeln geben. Zahlreiche andere typische österliche Angebote, die es normalerweise gibt, wie gemeinsame Osterfeuer, Eiersuchen und Posaunenchorkonzerte, finden jedoch nicht statt. Wie schon im Jahr 2020 ist im Internet eine Vielzahl alternativer Online-Angebote zu finden. Detaillierte Informationen zu den stattfinden Gottesdiensten und virtuellen Formaten erteilen die örtlichen Kirchengemeinden und sind auf der Internetseite www.kirche-mv.de zu finden.

 

Präsenzgottesdienste können stattfinden


Die Äußerungen, die in der vergangenen Woche auf Bundesebene zur Feier von Ostergottesdiensten bekannt wurden, hatten in beiden Kirchenkreisen in MV zunächst für Unsicherheit gesorgt. Inzwischen ist jedoch klar, dass die bisherigen Handlungsempfehlungen der Nordkirche, die von den Kirchengemeinden mit großem Verantwortungsbewusstsein schon seit langem erfolgreich berücksichtigt werden, weiterhin in Kraft sind und Präsenzgottesdienste dort, wo sie nach Einschätzung der örtlichen Kirchengemeinden verantwortbar sind, unter Einhaltung der Vorschriften und der bewährten Hygienekonzepte stattfinden können. Wo dies umsetzbar ist, können Gemeinden auch alternative Gottesdienstformen oder das auch in Zeiten der Pandemie bewährte Konzept der „Offenen Kirche“ anbieten.

 

Pröpstin Helga Ruch: Nicht der Tod, sondern das Leben hat das letzte Wort


„Ein zweites Osterfest im Lockdown, vor einem Jahr wäre das unvorstellbar gewesen“, meint die pommersche Pröpstin Helga Ruch. „Aber nun ist es so, und manch einer wird sich fragen: Ist das nun ein richtiges Ostern? Unter dem Druck der Pandemie, in Unsicherheit und mit Ängsten vor Mutationen, steigenden Infektionszahlen, zu wenig Impfstoff? Ohne Besuche, ganz auf den engen, privaten Bereich zurückgeworfen? Geradezu eingesperrt, um vielleicht die ‚Welle‘ zu brechen? Richtig oder falsch gibt es hier wohl nicht. Aber eine andere Art, Ostern zu feiern, sehr wohl. Ich habe mich gefragt: Wie ist es mit dem Kern von Ostern, mit der Botschaft, die die Welt erschüttert, erregt, umkrempelt? Mit dem Licht der Hoffnung, das von dieser Botschaft entzündet wird? Mit der unbedingten Gewissheit, dass der Tod nicht mehr das unwiderruflich letzte Wort hat, sondern das Leben? Wie ist es mit diesem Kern, mit dem gegenseitigen Ruf: ‚Der Herr ist auferstanden!‘ – ‚Er ist wahrhaftig auferstanden!‘? Das bleibt. Gott sei Dank. Der Kern von Ostern, das, was dieses heiligste und höchste aller christlichen Feste ausmacht, ist unverletzlich, unzerstörbar, von Dauer. Und darauf kommt es schließlich an. Das macht die tiefe Freude aus, die alles Bedauern über den Verzicht, die alle Angst und Orientierungslosigkeit und tatsächlich sogar den Tod überwindet und überstrahlt. Ostern ist nicht abgesagt. Das Leben ist nicht abgesagt. Und die Hoffnung erst recht nicht. Und so können wir uns von ganzem Herzen ein gesegnetes Osterfest wünschen!“

 

Ostern ist das wichtigste Fest des Kirchenjahres


Ostern ist für Christen das wichtigste Fest des Kirchenjahres, es ist zugleich das älteste christliche Fest. In den verschiedenen gottesdienstlichen Feiern der österlichen Tage Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern werden der Tod und die Auferstehung Jesu Christi vergegenwärtigt. So wird am Gründonnerstag an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern erinnert. Am Karfreitag, dem Todestag Jesu, wird seines Leidens und Sterbens gedacht. Am Ostersonntag wird dann in festlichen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Normalerweise finden auch vielerorts in der Osternacht Taufen statt, da Ostern schon in der frühen Christenheit ein beliebter Tauftag war.

Quelle: ELKM/PEK (cme/sk)