DDR Geschichte MV soll Gedächtnisort für Friedliche Revolution bekommen

29.01.2018 · Schwerin.

Der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt, hat sich dafür ausgesprochen, im 30. Jahr des Mauerfalls (2019) einen Gedächtnisort für die Friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Wie ein solcher Ort aussehen und wo er angesiedelt sein könnte, darüber werde am Dienstag (30. Januar) auf einer Tagung in Schwerin beraten, sagte Schmidt am Wochenende dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Zwar habe das Bundesland schon ein Netz an Gedenkstätten, an denen es möglich sei, sich über die DDR-Geschichte zu informieren. Als Beispiel nannte Schmidt die ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalten und die Ausstellung über die Bausoldaten in Prora. Diese böten Raum für eine themenspezifische Auseinandersetzung. "Uns geht es jedoch um die Zeit der politischen Wende und um die Frage, welche Abläufe dazu geführt haben."

Schmidts Einschätzung zufolge war die Wende ein Ereignis, "das dezentral passierte und von der Peripherie ins Zentrum Berlin gewachsen ist". Es umfasse eine Vielfalt von Aktivitäten an "kleinsten Orten". "Die Kraft vom November 1989 liegt in den lokalen Ereignissen vorher", ist Schmidt überzeugt. Bei der Konzeption eines Gedenkorts dürfe man jedoch nicht nur "bei der Betrachtung der Historie verharren". Die wichtige Botschaft für die heutige Zeit müsse sein: "Was kann jeder Einzelne tun, um die Demokratie zu stärken und zu bewahren."

Im Mai 2017 hat der Landtag MV die Landeszentrale für politische Bildung MV und die Landesbeauftragte für MV für die Stasi-Unterlagen beauftragt, ein Konzept für einen Gedächtnisort für die Friedliche Revolution 1989 zu erarbeiten. Das Ergebnis mit einem Standortvorschlag soll dem Landesparlament bis Ende Mai 2018 vorgelegt werden. Mit einem öffentlichen Kolloquium als erstem Schritt sollen möglichst viele Vertreter von Institutionen, Vereinen und Verbänden, Städten und Gemeinden ebenso wie interessierte Bürger an dem Prozess beteiligt werden.

Nach Ansicht von Kulturministerin Birgit Hesse (SPD) müsse nachfolgenden Generationen vermittelt werden, was die Friedliche Revolution war und welche große Bedeutung sie für die Stärkung der demokratischen Grundwerte heute hat. Damit keine Konkurrenz zu bestehenden Gedenkstätten zur DDR-Geschichte entstehen, hatte sie vorgeschlagen, die bestehenden Gedenkstätten in die Konzepterarbeitung für den neuen Gedächtnisort einzubeziehen.

Quelle: epd