Geschichte Neues Kreuz für Gedenkstätte Fünfeichen

22.08.2018 · Neubrandenburg.

Mit einer Gedenkveranstaltung soll am 1. September (10 Uhr) an die Schließung des Internierungslagers Fünfeichen bei Neubrandenburg vor 70 Jahren erinnert werden. Die Gedenkansprache wird Innenminister Lorenz Caffier (CDU) halten, der auch Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, sagte Rita Lüdtke, Leiterin der "Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen", auf epd-Anfrage. Im Rahmen der Veranstaltung soll auch das neue Holzkreuz am Eingang der Gedenkstätte Fünfeichen übergeben werden.

Das etwa zwölf Meter hohe, schräg stehende Kreuz wurde 1993 errichtet. Es musste im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Probebohrungen hatten Hinweise auf Pilzschäden im Eichenholz ergeben.

Der Künstler Uwe Grimm (Groß Wokern), der bereits das erste Kreuz von 1993 geschaffen hatte, hat nun aus einer hundertjährigen Eiche ein gleiches Kreuz angefertigt. Neu sei, dass es diesmal innen ausgehöhlt und damit durchlüftet ist, sagte Lüdtke. Sie hoffe, dass es deshalb wesentlich länger halten werde als sein Vorgänger.

Die Kosten für das neue Holzkreuz werden sich voraussichtlich auf etwa 65.000 Euro belaufen. 20.000 Euro steuert der Opferverband "Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen" bei. Für die fehlenden Mittel gibt es bereits eine Zusage aus dem Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Das einstige Wehrmacht-Kriegsgefangenenlager in Fünfeichen wurde später Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD. Mindestens 70.000 Kriegsgefangene haben zwischen 1939 und 1945 das Lager Fünfeichen durchlaufen. 6.000 dieser Soldaten starben an den Strapazen der Internierung.

Von Mai 1945 bis September 1948 wurden mehr als 15.300 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder in Fünfeichen festgehalten. Mehr als 5.000 dieser Gefangenen haben das Speziallager nicht überlebt. Ein Teil der Gefangenen wurde von Fünfeichen aus zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Über 2.500 Inhaftierte wurden in die ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen verlegt.

Quelle: epd