Schleswig-Holstein Kirchenkonservative begrüßen Verzicht auf Gottesbezug
26.07.2016 · Kiel.Die kirchenkonservative "Sammlung um Bibel und Bekenntnis" hat das Scheitern der Initiative für einen Gottesbezug in der Landesverfassung Schleswig-Holsteins begrüßt. Die vorgeschlagene Formulierung sei "ein diffuses Gemix von religions-weltanschaulichem Allerlei" gewesen, kritisierte der Vorsitzende, Pastor Ulrich Rüß (72), am Montag in Hamburg. Der Text habe neben religionsverschiedenen Gottesvorstellungen auch den Humanismus, die Kultur und andere religiöse Quellen gleichrangig zugelassen. Rüß: "Somit wurde letztlich ein Gottesbezug abgelehnt, der keiner war."
Nach den Worten Rüß' geht der im Grundgesetz erwähnte Gottesbezug von einem biblischen Gottesverständnis aus. Mit diesem Gottesbezug habe die abgelehnte Formulierung in Schleswig-Holstein nichts gemein. Daher sei die Ablehnung "aus bekenntnistheologischer Sicht" zu begrüßen. Die Abstimmung zeige aber auch, welch geringen Stellenwert der christliche Glaube bei den schleswig-holsteinischen Volksvertretern habe. Es mache betroffen, wenn bei ihnen "Gott als Verantwortungsgegenüber" keine Rolle spielt.
Im Kieler Landtag war der Vorschlag für einen Gottesbezug am Freitag (22. Juli) gescheitert, weil eine Stimme für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit fehlte. In dem favorisierten Gesetzes-Vorschlag hieß es: "Die Verfassung schöpft aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas und aus den Werten, die sich aus dem Glauben an Gott oder aus anderen Quellen ergeben."
Quelle: epd