Journalistin Andrea Röpke von Landesparteitag ausgeschlossen Kritik an AfD wegen Einschränkung der Pressefreiheit

22.02.2016 · Schwerin.

Mit massiver Kritik hat der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Mecklenburg-Vorpommern auf den Ausschluss der freien Journalistin Andrea Röpke vom Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) am vergangenen Wochenende im vorpommerschen Demmin reagiert. "Kritischen Journalismus zu unterdrücken erinnert an Zeiten, die wir längst hinter uns glaubten", sagte der DJV-Landesvorsitzende Michael Zumpe am Montag in Schwerin. Das Verhalten der AfD verstärke den Eindruck, "dass diese Partei Meinungsfreiheit darauf beschränkt, nur die eigene Meinung gelten zu lassen."

Die Journalistin und Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke war am Sonnabend beim AfD-Landesparteitag von der Berichterstattung ausgeschlossen worden. Ihr wurde  vorgeworfen, im Saal AfD-Mitglieder fotografieren zu wollen, um die Bilder später auf Internetseiten linker Gruppen zu stellen. Die 50-Jährige hatte zuletzt im Auftrag der Schweriner SPD-Landtagsfraktion ein Buch über die rechtsextreme Szene in Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt und war 2015 für ihre Arbeit vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet worden.

Kritik am Vorgehen der AfD kam auch von Seiten der Schweriner Landtagsparteien. Eine Partei, die eine profilierte Journalistin wie Andrea Röpke ausschließe und denunziere, "offenbart, dass sie mit Kritik und Kritikern nicht umgehen kann", sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery. Dies sei genau das Gegenteil von Mut und Offenheit, wie es die AfD für sich reklamiere.

Dass der AfD-Spitzenkandidat für die bevorstehende Landtagswahl im Herbst, Leif-Erik Holm, den Ausschluss von Andrea Röpke mit "Demokratie auf einem Parteitag" rechtfertige, entlarve "das krude Demokratieverständnis seiner Partei", kritisierte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter.

Quelle: epd