"Wichtig ist eine landesweit einheitliche Regelung“ Diakonie begrüßt die geplante Einführung der Gesundheitskarte für Asylbewerber in MV

21.10.2015 · Schwerin.

Die Diakonie begrüßt die von der Landesregierung angekündigte flächendeckende Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. "Die Einführung dieser Chipkarte kann Teil einer Willkommenskultur sein, die dazu beiträgt, dass Asylbewerber auf kurzem Weg dringend erforderliche medizinische Behandlungen erhalten", betont Diakoniepastor Martin Scriba und bittet die Beteiligten auf Landes- und kommunaler Ebene darum, die Einführung dieser Krankenkassenkarte zügig umzusetzen.

Landkreise und kreisfreie Städte können die Abrechnung der Krankenbehandlung für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete auf die Krankenkassen übertragen. Dies wird in Bremen seit 2005 ("Bremer Modell") und in Hamburg seit Mitte 2012 praktiziert. Die Betroffenen erhalten hier eine Chipkarte, die ihnen den direkten Zugang zur medizinischen Versorgung ohne ein umständliches Antragsverfahren bei den Sozialämtern eröffnet. Die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern macht sich schon seit längerem zusammen mit dem Flüchtlingsrat für die Einführung einer Krankenkassenkarte für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete stark.

"Wichtig ist eine landesweit einheitliche Regelung“, sagt Diakoniepastor Martin Scriba und sieht ebenso wie Sozialministerin Birgit Hesse, dass auf diese Weise erhebliche Verwaltungs- und Wegekosten eingespart werden können. Die aufwändige Prüfung in den regionalen Ämtern würde so gut wie entfallen, ebenso weitgehend die Kosten für Amtsarzt oder Dolmetscher. Die Freie Hansestadt Hamburg sparte bereits im Jahr 2013 durch die Einführung der Krankenkassenkarte 1,2 Millionen Euro. Auch Ärzte profitieren von dieser Regelung. Sie können ihre Leistungen direkt mit der Krankenversicherung abrechnen.

Quelle: DWMV (ch)