Gemeinsame Erklärung DGB und Kirchen fordern Festhalten am gesetzlichen Mindestlohn

03.11.2015 · Lübeck.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Bezirk Nord (DGB Nord) und die norddeutschen Kirchen haben Forderungen aus der Wirtschaft und von einzelnen Politikern nach Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn eine Absage erteilt. Eine Ausbeutung von Flüchtlingen und Arbeitsmigranten als billige Arbeitskräfte lehnen Kirchen und Gewerkschaften ab, heißt es in einer am Montag in Lübeck veröffentlichten Erklärung von DGB Nord, evangelischer Nordkirche und des katholischen Erzbistums Hamburg. "Der gesetzliche Mindestlohn muss für alle gelten."

Die Teilnehmer des jährlichen Spitzentreffens diskutierten den Wandel der Arbeitswelt aus gewerkschaftlicher und christlicher Sicht. In der von Landesbischof Gerhard Ulrich (Nordkirche), Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Erzbistum Hamburg) und Uwe Polkaehn (DGB Nord) vereinbarten Erklärung heißt es unter anderem, dass "gute Arbeit" allen Menschen zugänglich sein müsse.

Gewerkschaften und Kirchen treten für die Einhaltung hoher arbeits- und sozialrechtlicher Maßstäbe ein. Unterschiedliche Lohn- und Arbeitsbedingungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt müssten eingedämmt werden. "Die Globalisierung von Wertschöpfungsketten geht in vielen Fällen mit der Ausbeutung von Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern nicht nur in sogenannten Entwicklungsländern einher", heißt es in der Erklärung. "Gute Arbeit" müsse ein globaler Standard sein.

Quelle: epd