Geschichte der christlich-jüdischen Beziehungen im 18. Jahrhundert Rostocker Uni erschließt Nachlass des Gelehrten Tychsen

16.07.2015 · Rostock.

Der Nachlass des deutsch-dänischen Gelehrten und Bibliothekars Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815) wird an der Rostocker Universität aufgearbeitet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt dazu rund 215.000 Euro bereit, teilte die Hochschule mit. Das zweijährige Projekt "Erschließung und Digitalisierung des Nachlasses von Oluf Gerhard Tychsen - Quellen zur jüdischen Geschichte und zu orientalistischen Gelehrtennetzwerken im Zeitalter der Aufklärung" startet am 1. Oktober.

Tychsen war einer der bedeutendsten und vielseitigsten norddeutschen Universitätsgelehrten des 18. Jahrhunderts. Mehr als ein halbes Jahrhundert forschte und lehrte er als Professor für orientalische Sprachen an den mecklenburgischen Landesuniversitäten Bützow und Rostock. Der bisher nur unzureichend erschlossene Nachlass des deutsch-dänischen Gelehrten gehört den Angaben zufolge zu den herausragenden Beständen der Universitätsbibliothek und wird in den Sondersammlungen der Bibliothek aufbewahrt.

Kernstück des mehrere tausend Dokumente umfassenden handschriftlichen Nachlasses ist die Briefsammlung. Tychsen korrespondierte über Jahrzehnte mit über 200 Gelehrten in ganz Europa. Von international herausragender Bedeutung ist dabei vor allem der weltweit einmalige hebräische und jiddische Briefwechsel Tychsens, der 825 Briefe umfasst. Diese Sammlung stelle ein reiches Quellenkorpus für die Geschichte der norddeutschen Juden und der christlich-jüdischen Beziehungen im 18. Jahrhundert da, hieß es.

Quelle: epd