"Den Wandel gestalten" Caritas-Chef wirbt für optimistischen Umgang mit demografischem Wandel

11.01.2015 · Berlin.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, verlangt von der Politik mehr Engagement im Umgang mit dem demografischen Wandel. Die Verantwortlichten müssten mit der gleichen Leidenschaft über die älter werdende Gesellschaft diskutieren wie etwa über die Pkw-Maut, sagte Neher. Der demografische Wandel sei eine der Zukunftsfragen.

Die Bevölkerung werde bis 2060 von heute rund 80 Millionen auf 70 bis 65 Millionen Einwohner schrumpfen, von denen dann 40 Prozent älter sind als 60 Jahre, erklärte Neher. Gesundheitszentren, mobile Dienste, Bürgerbusse, Wohnprojekte und Nachbarschaftshilfe könnten viel dazu beitragen, dass alte Menschen dort bleiben könnten, wo sie zu Hause seien. Man müsse den Wandel gestalten wollen statt tatenlos zu bleiben. Es gebe andere Lösungen als klassische Großeinrichtungen wie Pflegeheime mit einer Mindest-Bettenzahl.

Der katholische Wohlfahrtsverband stellt seine Arbeit jedes Jahr unter ein Motto. 2015 heißt die Kampagne "Stadt-Land-Zukunft. Hilf mit, den Wandel zu gestalten". Der Caritasverband bietet Pflege und zahlreiche Dienste für Ältere an und unterhält unter anderem auch mobile Beratungsstellen auf dem Land. Zugleich ist der Verband, der mit fast 600.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Deutschland ist, selbst vom Nachwuchsmangel in den Gesundheits- und Sozialberufen betroffen.

Quelle: epd