Passkontrollen zwischen Dänemark und Schweden GdP-Vize rechnet mit Flüchtlingsstau in Norddeutschland
30.12.2015 · Kiel/Berlin.Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, erwartet einen Rückstau von Flüchtlingen in Norddeutschland. Grund dafür seien die bevorstehenden Verschärfung der Passkontrollen zwischen Dänemark und Schweden, sagte Radek dem "Tagesspiegel". "Die Passkontrollen werden die logische Folge haben, dass sich mehr Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein aufhalten werden." Dies treffe die Bundespolizei in einer Situation, in der sie Personal aus Schleswig-Holstein an die österreichische Grenze abzieht, sagte der GdP-Vize mit Blick auf die seit September durchgeführten Kontrollen in Bayern.
Ab kommenden Montag müssen sich sämtliche Passagiere, die Zug-, Bus- und Fährverbindungen zwischen Dänemark und Schweden benutzen, ausweisen. Zu diesem Schritt hatte sich die schwedische Regierung entschlossen, um den Zustrom der Flüchtlinge zu drosseln.
Bislang werden Flüchtlinge von Deutschland häufig Richtung Norden "durchgewunken", wenn sie angeben, dass sie nach Schweden weiterreisen möchten. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte kürzlich angegeben, Schleswig-Holstein habe 2015 rund 60.000 Flüchtlinge unregistriert nach Schweden durchreisen lassen. Diese Praxis wird voraussichtlich mit der Verschärfung der schwedischen Grenzkontrollen erschwert: Die rechtskonservative Regierung in Kopenhagen will vermeiden, dass sich in Dänemark als Konsequenz der schwedischen Passkontrollen ein Rückstau von Flüchtlingen bildet.
Quelle: epd