Demonstration gegen Krieg und Gewalt Norddeutsche Ostermärsche für Frieden und Abrüstung
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Mehrere hundert Menschen haben an den Ostertagen in Norddeutschland für Frieden und Abrüstung demonstriert. In Hamburg zogen am Ostermontag knapp 1.000 Friedensbewegte durch die City-Stadtteile Borgfelde und St. Georg. In Sassnitz kamen rund 120 Demonstranten zum "Rügener Osterspaziergang". Neben Vertretern von Parteien und Kirche machte sich hier auch ein lebendiger Osterhase für den Frieden stark. Bereits am Ostersonnabend gab es Ostermärsche in Wedel (bei Hamburg), Kiel, Flensburg, Rostock und Wismar.
Trotz der weltweit mehr als 30 Kriege dürfe sich die Friedensbewegung nicht entmutigen lassen, sagte Pastor Sönke Wandschneider vom Hamburger Forum für Völkerverständigung und Abrüstung. Die Mehrheit der Bundesbürger sei laut Umfragen gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr und Rüstungsexporte in Krisenländer. Es sei erschreckend, wie Nato und EU den Krieg in der Ost-Ukraine befeuert hätten. Die Besetzung der Krim durch Russland sei vorhersehbar gewesen, nachdem ein "rechter Mob" den Maidan erobert habe.
Kritik an der Nato wurde auch beim Ostermarsch in Wedel geübt. Schrittweise habe sich die Nato den Grenzen Russlands genähert und damit eine explosive Situation provoziert, sagte der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Sönke Hundt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko fordere ein militärisches Eingreifen der USA und drohe offen mit dem 3. Weltkrieg.
In Kiel fand mit rund 300 Menschen der größte Ostermarsch in Schleswig-Holstein statt. Russland wolle nicht zulassen, dass 500 Kilometer von Moskau entfernt in der Ukraine Nato-Raketen und Kampfflugzeuge stationiert werden, sagte Lühr Henken. Solange Kiew nicht von seinem Westkurs ablasse, bleibe Russland an einer destabilisierten Ukraine interessiert.
In Flensburg forderte der dänische Folketingabgeordnete Lars Dohn (Enhedslisten) einen Exportstopp für Rüstungsgüter nach Israel. Mit Benjamin Netanjahu habe ein "kriegstrunkener Ministerpräsident" die jüngste Wahl gewonnen. Für die Palästinenser sei 2014 mit 1.500 Toten das schlimmste Jahr seit 1967 gewesen.
Knapp 50 Demonstranten waren in Rostock dabei. Der Protestzug führte in der Nähe des Marinehafens Hohe Düne vorbei, deren Korvetten derzeit im Einsatz vor dem Libanon sind. Kritisiert wurden die unkritische Haltung der Hansestadt Rostock zur Friedenspolitik und die Rüstungsforschung an der Universität.
In Wismar warb die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gajek vor rund 50 Teilnehmern für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der EU auf der Basis der UN-Charta. Aufrüstung bringe nicht mehr Sicherheit, sondern fördere Unfrieden und Gewalt. Deutschland sei seit 2001 drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Dabei habe der Kriegsschiffbau einen Anteil von 44 Prozent.
Quelle: epd