Der Erwerbslosenbeirat MV und die Nordkirche wollen die öffentliche und politische Wahrnehmung des Problems der Langzeitarbeitslosigkeit verstärken. Dazu ist am 9. September ab 10 Uhr im Plenarsaal des Schweriner Schlosses eine Anhörung geplant, teilte der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche mit. Unter dem Motto "Jede und Jeder wird gebraucht. Zur Notwendigkeit und Möglichkeit der Integration langzeitarbeitsloser Männer und Frauen" sollen Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kommunalverbänden, Integrationsprojekten, Jobcentern und Arbeitsagenturen zu Wort kommen.
Außerdem soll über erste Erfahrungen mit einem innovativen Landesprogramm in Baden-Württemberg sowie über ein Beratungsangebot für Unternehmen der IHK Hagen (Nordrhein-Westfalen) zur Integration von Menschen mit Vermittlungshemmnissen berichtet werden. Die Anhörung in Schwerin soll das Erwerbslosenparlament MV am 7. November in Schwerin mit vorbereiten.
Die gute Konjunktur und die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt haben laut KDA viele Langzeitarbeitslose in MV nicht erreicht. Im Dezember 2013 waren rund 36.800 von ihnen vier Jahre und länger Hartz-IV-Bezieher. Für diese Frauen und Männer fehlten "Brücken ins Erwerbsleben".
Nur jeder Zehnte bekomme noch eine arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahme. Die Integration Langzeitarbeitsloser koste Geld. Zu fragen sei, ob es sich die Gesellschaft leisten kann, dieses Geld nicht auszugeben. Auch wenn der Bund für die Arbeitsmarktpolitik der Hauptzuständige ist, lasse sich das Problem nur lösen, "wenn die verschiedenen verantwortlichen Ebenen zusammenarbeiten".
Quelle: epd