Max-Planck-Institut für demografische Forschung informiert Frührentner sterben früher
08.10.2014 · Rostock.In Deutschland haben Frührentner eine deutlich geringere Lebenserwartung als Menschen, die später aufhören zu arbeiten. Das haben zwei Forscher aus Wiesbaden und Rostock in einer Studie herausgefunden, über die das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock am Dienstag informierte. Deshalb sei zu erwarten, dass der Trend zur frühen Verrentung die Rentenkassen weniger stark belasten könnte als gedacht, hieß es.
Der Studie zufolge hängt die Lebenserwartung deutscher Männer stark vom Renteneintrittsalter ab. Bei Frauen sei dieser Zusammenhang sehr viel geringer ausgeprägt. Ein Mann, der mit 55 Jahren erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezogen hatte, konnte im Schnitt damit rechnen, 78 Jahre alt zu werden. Bei Männern, die bis zum Alter von 65 Jahren gearbeitet hatten, lag die Lebenserwartung jedoch bei 82,3 Jahren. Männer, die bereits mit 60 Jahren in Rente gingen und davor mindestens vier Monate lang krank waren, hatten die höchste Wahrscheinlichkeit, schon vor dem 72. Geburtstag zu sterben.
Bei einem Renteneintrittsalter von 60 und von 63 Jahren sei die Lebenserwartung von Männern den Untersuchungen zufolge zweimal sprunghaft angestiegen. Das liege vermutlich daran, dass Männer, die vor ihrem 60. Geburtstag in Rente gingen, vielfach gesundheitliche Probleme hatten.
Die beiden Wissenschaftler haben für ihre Studie die Daten von sämtlichen deutschen Rentnern der Jahre 2003 bis 2005 analysiert. Danach hörten 21,1 Prozent der Männer und 38,1 Prozent der Frauen bereits mit 60 Jahren auf zu arbeiten. Nur jeder vierte Mann und 31,2 Prozent der Frauen kehrten dem Berufsleben erst mit 65 Jahren den Rücken.
Quelle: epd