In Mecklenburg-Vorpommern (MV) haben 3.839 ehemalige DDR-Heimkinder finanzielle Hilfe durch den Fonds Heimerziehung beantragt. Das sei knapp ein Viertel der nach den Kriterien des Fonds mutmaßlich berechtigten 16.000 Betroffenen, teilte die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, am Mittwoch in Schwerin mit. Allein im vergangenen September wurden 1.145 Neumeldungen bei der Schweriner Anlauf- und Beratungsstelle registriert. Die Antragsfrist ist Ende September ausgelaufen.
Alle Betroffenen, die die Anlaufstelle vor dem Meldschluss kontaktiert haben, erhalten eine schriftliche Eingangsbestätigung. Daraus geht hervor, dass sie für den Fonds vorgemerkt sind, sagte Drescher. Dabei spiele keine Rolle, ob sie sich persönlich, telefonisch, per Brief, Mail oder Fax angemeldet haben.
Fast 500.000 Minderjährige waren von 1949 bis 1990 in Kinder- und Jugendheimen in der DDR untergebracht, darunter 60.000 in MV. Insbesondere die etwa 135.000 Kinder und Jugendlichen in den DDR-Spezialheimen zur Umerziehung haben laut Drescher Leid und Unrecht erfahren und leiden heute noch unter den Folgen. Die Fondsleistungen sollen dafür als Ausgleich und Milderung dienen. In MV waren während der DDR insgesamt 60.000 Menschen in Heimen untergebracht, davon 16.000 in Spezialheimen, den sogenannten Heimen für schwer erziehbare Kinder und Jugendwerkhöfen.
Quelle: epd