Krim-Krise Spannung zwischen Orthodoxen in Ukraine nimmt zu

20.03.2014 · Kiew.

Die Krim-Krise verschärft auch die Feindseligkeiten zwischen den beiden großen orthodoxen Kirchen der Ukraine. Das Moskauer Patriarchat wies am Mittwoch ukrainische Medienberichte zurück, nach denen Geistliche des Moskauer Patriarchats mit russischen Bewaffneten Kirchen des Kiewer Patriarchats auf der Krim beraubt haben sollen. Das Moskauer Patriarchat bezeichnete dies als "gezielte Fehlinformation". Es beschuldigte zugleich Vertreter des Kiewer Patriarchats, Übergriffe auf russlandtreue Kirchen in der Ukraine zu verantworten.

In dem Land gibt es zwei Ukrainische Orthodoxe Kirchen: Eine mit Kiewer Patriarchat und eine mit Moskauer Patriarchat. Die Russen und Russischstämmigen in der Ukraine unterstützen überwiegend die mit Moskau verbundene Kirche, die als Teil der Russischen Orthodoxen Kirche weitgehend selbstständig ist. Die seit Anfang der 90er Jahre bestehende Ukrainische Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat) wird von keiner anderen orthodoxen Kirche anerkannt. Die seit 1920 bestehende kleine Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche, die nicht offiziell anerkannt ist, orientiert sich überwiegend an den Ukrainischsprachigen.

Das Verhältnis der beiden großen orthodoxen Kirchen ist angespannt, da beide den Anspruch erheben Staatskirche zu sein. Zudem gibt es gegenseitige Eigentumsansprüche. Ihre Mitgliederzahl ist in etwa gleich groß.

Noch im Februar konnten sich alle Kirchen der Ukraine zu einem ökumenischen Friedensgebet angesichts der Auseinandersetzungen in Kiew verständigen. Bis auf die Kirche Moskauer Patriarchats, die Patriarch Kyrill in Moskau unterstellt ist, unterstützten alle Religionsgemeinschaften die Demonstranten auf dem Maidan, die Ende Februar zum Regierungswechsel führten.

Quelle: epd