Kirche von England Weltkirchenrat nennt Entscheidung der Anglikaner-Synode "historisch"

16.07.2014 · Genf.

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, hat die Öffnung des Bischofsamtes für Frauen in der Kirche von England als "historisch" bezeichnet. Damit könnten Frauen ihre Kräfte in allen Positionen der anglikanischen Glaubensgemeinschaft einsetzen, sagte er in Genf.

Er hoffe und bete, dass die Entscheidung ein Segen für die Mission der Kirche von England sein werde, fügte der norwegische Lutheraner hinzu. Gleichzeitig hob er hervor, dass die 345 Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen ihre gegenseitigen Traditionen respektierten. Viele Mitglieder im Weltkirchenrat, etwa die orthodoxen Kirchen, lehnen die Ordination von Frauen jedoch generell ab.

Nach jahrelangem Ringen hatte die Generalsynode der Kirche von England am Montag für die Bischofsweihe von Frauen gestimmt. Das Bischofsamt für Frauen war innerhalb der anglikanischen Kirche lange umstritten. Noch vor zwei Jahren war ein ähnliches Gesetzesvorhaben überraschend gescheitert und hatte die Kirche von England in eine tiefe Krise gestürzt.

Bereits seit 20 Jahren gibt es in der Kirche von England Priesterinnen. In den anglikanischen Kirchenprovinzen Nordamerika, Neuseeland und Australien gibt es schon Bischöfinnen. Die erste lutherische Bischöfin weltweit wurde 1992 Maria Jepsen in Hamburg. Anders als in den meisten evangelischen Kirchen sind in der katholischen Kirche sowie in den orthodoxen Kirchen Frauen nicht zum Priesteramt zugelassen.

Quelle: epd