Nikolaus Schneider: Gottes Wort ruft in politische Verantwortung

16.02.2014 · Kleve.

Christen sind nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, aufgerufen, für gerechtes und faires Wirtschaften, den Sozialstaat und eine aktive Friedenspolitik einzutreten. Das Eintreten für die Belange der Armen dürfe sich nicht in großzügiger Mildtätigkeit und Fürsorge erschöpfen. "Es geht in gleicher Weise um gerechte Strukturen", sagte Schneider am Samstag in Kleve vor Mitgliedern deutscher und schweizerischer Rotary-Clubs.

Gottes Wort rufe in die politische Verantwortung im Interesse der Armen und Notleidenden und der Bewahrung der Schöpfung, sagte der Theologe laut vorab verbreitetem Redetext. Es schenke allerdings bis auf wenige Ausnahmen keine eindeutigen ethisch-politischen Handlungsanweisungen. "Das Evangelium wirkt wie ein Kompass, nicht wie ein Navi", ergänzte der frühere rheinische Präses. Wer sich mit einem christlichen Wertefundament politisch einmische, müsse "sich dem Widerspruch und der Kritik politisch andersdenkender Christenmenschen" aussetzen.

Quelle: epd