Käthe Stäcker: "Christliches Abendland gibt es so nicht mehr" Pastorin fordert interkulturelle Nordkirche

03.12.2014 · Neumünster.

Die Nordkirche sollte sich auf den Weg zu einer verstärkt interkulturellen Kirche machen. Dazu hat die ehemalige Leiterin des kirchlichen Frauenwerks, Pastorin Käthe Stäcker, am Dienstagabend in Neumünster aufgerufen. Es gehe darum, die gesamte Kirchen-Struktur in Bewegung zu setzen, sagte Stäcker in Neumünster auf einer Veranstaltung des Frauenwerks der Nordkirche. Konkret schlug sie vor, in der kirchlichen Arbeit weniger den Fokus auf eine formale Kirchenmitgliedschaft der Mitarbeiter zu setzen, sondern den jeweiligen Arbeitsauftrag mehr zu beachten.

Stäcker verwies auf das Beispiel evangelische Kindertagesstätten. Sie öffneten sich bewusst für Kinder aus aller Welt, das gehöre zum Profil. Deshalb sei es wichtig, dass die Kinder künftig auch unter den Mitarbeitenden "nicht nur eine rein biodeutsche/weiße/weibliche Welt" vorfinden. Es müsse vielmehr eine "bunte Welt" von Erzieherinnen und Erziehern geben, um ein Leben in Vielfalt zu gestalten, sagte die Pastorin.

Nach Stäckers Worten "gibt es das christliche Abendland so nicht mehr". "Eine automatische und unreflektierte Bindung an ein religiöses System oder eine sonstige Weltanschauung findet nicht mehr statt", betonte die evangelische Theologin. Nicht die Religiosität sei am Schwinden, aber sie werde schon längst nicht mehr automatisch in der Volkskirche gesucht oder gelebt.

Käthe Stäcker war von 1993 bis 2003 Leiterin des ehemaligen nordelbischen Frauenwerks. Zuletzt war sie bis Januar 2014 Geschäftsführerin der Koordinierungskommission Hamburg der Nordkirche. Die Kommission hat die Aufgabe, über gesamtstädtische Herausforderungen der Metropolregion Hamburg im Blick auf mögliche Aufgaben und Initiativen der Kirche zu beraten.

Quelle: epd