"Vielleicht kommen wir mal wieder auf diesen Tag zurück" Stasi-Bundesbeauftragter Jahn will 17. Juni als Nationalfeiertag
04.08.2014 · Oldenburg/Osnabrück.Der Stasi-Bundesbeauftragte Roland Jahn hat sich für den 17. Juni als deutschen Nationalfeiertag ausgesprochen. Im Interview mit der Oldenburger Nordwest-Zeitung sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler, der 3. Oktober sei als Nationalfeiertag "ein guter Tag, aber nicht der beste". Der 17. Juni mache hingegen deutlich, dass "Freiheit und Selbstbestimmung keine Selbstverständlichkeiten sind". Sie müssten erkämpft werden.
"Ich würde mir wünschen, dass der 17. Juni unser Nationalfeiertag ist", sagte Jahn. Dieser Tag sei in Verbindung mit der friedlichen Revolution in der DDR ein Symbol, das gesamtdeutsch angenommen werden würde. "Vielleicht kommen wir mal wieder auf diesen Tag zurück."
Zugleich plädierte Jahn für einen differenzierten Umgang mit der DDR-Vergangenheit. "Auch in der Diktatur scheint die Sonne - aber nicht jederzeit für jeden", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Insgesamt werde "mit dem Mauerfall deutlich, dass Menschen es geschafft haben, Gesellschaft zu verändern". Heute sei wichtig, das gesamte Bild zu betrachten. Jahn, 1953 in Jena geboren, leitet seit drei Jahren die Stasi-Unterlagenbehörde und war einst als Opfer des SED-Regimes in der DDR inhaftiert.
Zum künftigen Umgang mit den Stasi-Unterlagen als "Zeugnissen des Freiheitswillens von Menschen" sagte der frühere Bürgerrechtler, mit der im Juli vom Bundestag eingesetzten Expertenkommission habe die Politik ein "eindeutiges Signal" gegeben: "Es gibt keinen Schlussstrich zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Akten bleiben offen." Insgesamt seien bisher über drei Millionen Anträge auf persönliche Akteneinsicht eingegangen.
Quelle: epd