Friedensbewegung Ostermärsche in Rostock, Wismar und auf Rügen
22.04.2014 · Rostock.Mehrere hundert Menschen haben an den Ostertagen in Mecklenburg-Vorpommern für Frieden und Abrüstung demonstriert. In Rostock zogen am Sonnabend nach eigenen Angaben rund 50 Friedensaktivisten durch die Innenstadt. Jeweils rund 100 Friedensengagierte waren es in Wismar und auf Rügen.
Konkret kritisierten Redner in Rostock, dass vom Marinestützpunkt Düne ein Tender ins Baltikum auslaufen soll, um die NATO-Präsenz dort zu stärken. Auch sechs Eurofighter würden möglicherweise vom Fliegerhorst Rostock-Laage verlegt. Bei Sonne und milden Temperaturen wurden unter anderem das Mahnmal für die Opfer des Faschismus, Gewerkschaftshaus und Universität besucht. Von den eingeladenen Behördenvertretern nahm allerdings niemand teil.
Ebenfalls am Sonnabend zogen Ostermarschierer in Wismar unter dem Motto "Militarisierung stoppen" zum Marktplatz. Monty Schädel von der Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner forderte ein Ende der Bundeswehr-Auslandseinsätze und ein Werbeverbot der Bundeswehr in Schulen.
Auch der "Rügener Osterspaziergang" fand am Ostermontag bei Sonnenschein statt. Die Erinnerung an den Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und die Lage in der Ukraine standen im Mittelpunkt. Neben Politikern verschiedener Parteien warb auch ein leibhaftiger Osterhase auf der Sassnitzer Mole für Frieden und Abrüstung.
Die Ostermarschbewegung geht auf den britischen Philosophen Bertrand Russel (1872-1970) zurück. Unter dessen Regie versammelten sich an Karfreitag 1958 in London erstmals 10.000 Menschen, um für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Der erste Ostermarsch in Deutschland fand zwei Jahre später statt. Höhepunkte erlebte die Ostermarsch-Bewegung in Deutschland in den 70er und 80er Jahren im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Debatte über die Nato-Nachrüstung.
Quelle: epd