Lesung Neues Buch "Stasi und Studentengemeinde" wird in Rostock vorgestellt

23.04.2014 · Rostock/Schwerin.

Mit der Überwachung der katholischen Studentengemeinde Rostock durch den DDR-Staatssicherheitsdienst beschäftigt sich ein neues Buch des katholischen Heinrich-Theissing-Instituts (Schwerin). Autor Peter Uebachs stellt die 284-seitige Publikation "Stasi und Studentengemeinde" bei einer Lesung am Donnerstag (24. April) um 19.30 Uhr in der Rostocker Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen U-Haft der Stasi vor, teilte das Erzbischöfliche Amt Schwerin am Dienstag mit. Das Buch zeige, wie der Geheimdienst bei seiner Werbung vorging, welche Motivation die Informanten zur Mitarbeit bewog und wie der Verrat an den eigenen Kommilitonen zur Gewohnheit wurde.  

Der Autor kommentiere sachlich eine Dokumentation chronologisch geordneter Spitzelberichte aus den Jahren 1960 bis 1970, in denen die Ereignisse in der Studentengemeinde sowie verdächtige Äußerungen und Handlungen einzelner Studenten der Stasi zugetragen wurden. Verblüffend sei die Banalität dieser Informationen, die in den Händen der Stasi aber eine zerstörerische Wirkung haben konnten.

Die Studentengemeinden in der DDR galten als besonders regimekritisch. Sie waren daher bald nach ihrem Entstehen Objekte der Bespitzelung durch das Ministerium für Staatssicherheit. Als inoffizielle Mitarbeiter (IM) wurden meist Studenten geworben, die selbst zu den Gemeinden gehörten und deren christliche Gesinnung nicht bezweifelt wurde.

Quelle: epd


Peter Uebachs: Stasi und Studentengemeinde, Überwachung der katholischen Studentengemeinde in Rostock durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR von 1960 bis 1970 | ISBN: 978-3-9814985-2-3 | 284 Seiten, 20 Fotos und über 200 Dokumente, Schutzpreis: 10 Euro