40 Jahre Partnerschaft mit evangelischen Christen in KasachstanMecklenburger reisten zur Synode nach Astana / Bläserchor auf Konzertreise

13.05.2012 | Schwerin (cme). Vier Jahrzehnte sind die evangelischen Christen in Kasachstan und Mecklenburg partnerschaftlich miteinander verbunden. Zum Jubiläum reiste jetzt eine Delegation der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs zur Synode nach Astana. Mit dabei ebenfalls die Europareferentin des Zentrums für Mission und Ökumene der künftigen Nordkirche. Denn die Beziehungen zur evangelisch-lutherischen Kirche in dem vornehmlich muslimischen Land sollen weiter gepflegt werden.

 

„Als Geschenk überreichen wir eine Kerze, die mit den Logos der beiden Kirchen verziert ist“, sagte Ökumene-Landespastor Jens-Peter Drewes vor dem Abflug der Reisegruppe. Mit dabei ein Mecklenburger, der seit 1994 jede Synode in Astana besucht hat, und ein sehr persönliches Grußwort sprechen werde: Hans-Heinrich Jarchow. „Ausführlich Rückschau auf die 1972 von Altbischof Dr. Heinrich Rathke initiierte Partnerschaft wird Heiner Möhring halten, der zusammen mit seiner Frau Christa dem Vorstand des Helfer- und Spenderkreises Kasachstan angehört“, informierte Landespastor Drewes über das Programm der Visite.

 

Zudem sind Gottesdienste und Besuche in einigen der 52 Kirchgemeinden der evangelisch-lutherischen Kirche Kasachstans, Begegnungen mit Regierungsvertretern und Vertretern der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche geplant. Einen musikalischen Gruß zum Partnerschaftsjubiläum wird übrigens Martin Huß auf der Synode in Astana überbringen. Drewes: „Zusammen mit einer Bläsergruppe wird unser Landesposaunenwart anschließend eine kleine und lange geplante Konzertreise in mehrere kasachische Städte unternehmen.“

 

Die Europareferentin im Zentrums für Mission und Ökumene der künftigen Nordkirche, Christa Hunzinger, wird die Reise dazu nutzen, „Perspektiven für die Zukunft der Partnerschaft aufzuzählen und von den anderen Partnerschaften der Nordkirche zu Kirchen im Bereich der ehemaligen Sowjetunion zu berichten“, blickte Jens-Peter Drewes voraus. Für die 2500 Mitglieder zählende Kirche mit ihren gerade mal zehn Pastoren sei die Unterstützung aus Deutschland enorm wichtig. So konnten beispielsweise ein Predigerseminar aufgebaut und verschiedene Gemeindeprojekte wie eine Suppenküche für Obdachlose finanziell angeschoben werden.

Insgesamt unterstützen die Mecklenburger ihre kasachische Partnerkirche jährlich mit 50 000 Euro aus dem landeskirchlichen Haushalt sowie durch Spenden und weitere Gelder der Landeskirche. Die Spenden machen etwa die Hälfte des Haushaltes der dortigen Kirche aus.

 

Hintergrund:

Kasachstan ist ein muslimisches Land mit zahlreichen ethnischen Gruppen und Nationalitäten. Der größte Teil der Bevölkerung gehört dem Islam an. Die Christen, zu denen orthodoxe, römisch-katholische und evangelische Gläubige zählen, stellen eine religiöse Minderheit dar. Sie bestehen hauptsächlich aus vom Stalin-Regime zwangsumgesiedelten Deutschen aus den Wolgagebieten und Polen. So wurden die Kirchgemeinden vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Als in den 1990er-Jahren die Auswanderung nach Russland, Deutschland und Polen möglich würde, nahm die Mitgliederzahl in den Kirchgemeinden stark ab.