Landtagswahl Religionsgemeinschaften appellieren nach MV-Wahl an Zusammenhalt

21.09.2026 · Schwerin. Nach dem vorläufigen Wahlausgang in Schwerin rufen die großen Religionsgemeinschaften des Landes Politik und Gesellschaft dazu auf, Gräben nicht zu vertiefen und zügig eine stabile demokratische Regierung zu bilden.

Mit Besorgnis haben Vertreter der großen Religionsgemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl aufgenommen. Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hebt hervor, dass die Möglichkeit einer demokratischen Regierungsbildung ein wichtiges Zeichen für Menschenrechte und Zusammenhalt darstelle. „Zugleich ist die AfD stärkste Kraft geworden. Es muss die Politik und uns alle als Gesellschaft dringlicher denn je beschäftigen, wenn Wählerinnen und Wähler auf diese Weise Sorgen und Protest zum Ausdruck bringen.“

 

Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, sagte: „Für Mecklenburg‑Vorpommern ist jetzt wichtig, Brücken zu bauen und Vertrauen zu stärken.“ Er hoffe, dass aus der jetzt schwierigen Konstellation neuer Mut entstehe, die Zukunft zu gestalten.

 

Haltung für Demokratie

 

Auch die katholischen Erzbischöfe Stefan Heße (Hamburg) und Heiner Koch (Berlin) riefen dazu auf, Gräben zuzuschütten und konkrete Vorhaben zum Wohle der Menschen umzusetzen. Für Heße komme es jetzt auf die Bildung einer guten Koalition an. „Als Kirche haben wir die Orte und die Aufgabe, Räume für Begegnung und Verständigung zu öffnen. Das machen wir gerne mit Herz und Haltung für Demokratie und Nächstenliebe.“

 

Aus den Reihen der Glaubensgemeinschaften folgten zudem Mahnungen zu Dialog und Besonnenheit. Landesrabbiner Yuriy Kadnykov sagte: „Mit dem Ende des Wahlkampfes beginnt eine andere, ebenso wichtige Aufgabe: aus politischen Unterschieden wieder gemeinsame Verantwortung für Mecklenburg‑Vorpommern entstehen zu lassen.“

 

Weltoffenes Zuhause

 

Maher Fakhouri, Vorsitzender des Dachverbandes Muslimischer Gemeinden in MV in Gründung, bezeichnete das Wahlergebnis ebenfalls als Herausforderung. „Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass unser Mecklenburg‑Vorpommern ein friedliches und weltoffenes Zuhause für alle bleibt.“

 

Die AfD als stärkste Kraft aus der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern hervorgegangen. Die CDU wird nach dem vorläufigen Ergebnis nicht mehr im Landtag vertreten sein. Rechnerisch gebe es die Möglichkeit, dass die verbleibenden Parteien eine Landesregierung bilden.

Quelle: epd