Besondere Begegnungen Evangelische Kirche erstmals bei der "LebensArt" auf Burg Stargard

Kinderschminken für die Jüngsten.

Fotos: Privat/Rohde-Schaeper

09.10.2026 · Burg Stargard. Kirche dort sichtbar machen, wo Menschen unterwegs sind: Mit diesem Anliegen war der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg in diesem Jahr erstmals bei der Messe „LebensArt“ auf der Burg Stargard vertreten. Zwischen Pflanzen, Gartenideen, Wohnaccessoires und weiteren Angeboten präsentierte sich die Kirche im September mit Informationen, Mitmachangeboten und vor allem mit Zeit für Gespräche.

„Wir wollten Kirche einmal bewusst an einem Ort zeigen, an dem man sie vielleicht nicht unbedingt erwartet“, sagt Felicitas Rohde-Schaeper, die als Pilgerbegleiterin und für Pastorale Dienste tätig ist. Das Organisationsteam der „LebensArt“ habe den kirchlichen Auftritt sehr unterstützt. So konnte das Kirchenteam aus Kapazitätsgründen nur für einen Tag einen Stand besetzen und musste dafür keine Standgebühren zahlen.

 

Sechs Hauptamtliche und vier Ehrenamtliche waren abwechselnd vor Ort. Am Stand gab es Informationen zu kirchlichen Kasualien unter dem Motto „Feiern im Leben“, die Möglichkeit, sich segnen zu lassen, sowie Informationen zum Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte. Besonders viele Menschen wurden durch das Kinderschminken und die Informationen zum Pilgerweg auf den Stand aufmerksam.

 

Dabei entstanden zahlreiche Gespräche. Manche Besucherinnen und Besucher erkannten etwa die Muschelschilder des Pilgerweges aus ihrem eigenen Umfeld wieder und wollten mehr darüber erfahren. Andere zeigten sich überrascht über die Vielfalt kirchlicher Angebote. „Kirche macht immer so interessante Angebote. Kann man da auch hingehen, wenn man nicht getauft ist?“, war eine der Fragen, die am Stand gestellt wurden.

 

Als Kirche auf Menschen zugehen und das Gespräch suchen

 

Das wechselhafte Wetter brachte zudem besondere Begegnungen. Während am Vormittag die Sonne viele Gespräche ermöglichte, sorgten am Nachmittag Sturmböen und heftiger Regen dafür, dass das Kirchenzelt kurzerhand zum Regenschutz wurde. „Wir hatten alle Hände voll zu tun, damit das Zelt nicht wegflog. Gleichzeitig haben wir mit den Menschen, die bei uns Unterschlupf gesucht haben, viel gelacht und gute Gespräche geführt“, erzählt Felicitas Rohde-Schaeper. Für Aufmerksamkeit sorgte auch die Kleidung des Teams: Auf den T-Shirts stand vorne „ansprechbar“ und auf der Rückseite „Kirche vor Ort“. Damit wurde zugleich sichtbar, worum es dem kirchlichen Auftritt ging: präsent sein, auf Menschen zugehen und miteinander ins Gespräch kommen.

 

Die „LebensArt“ auf der Burg Stargard zieht jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Für die Evangelische Kirche war die Teilnahme deshalb auch ein bewusstes Zeichen: Kirche möchte ihre vertrauten Räume verlassen und Menschen dort begegnen, wo sie ihren Alltag verbringen und ihre Freizeit gestalten.

 

„Ich wünsche mir, dass wir uns auf Gespräche mit Menschen einlassen, die anders spirituell und politisch denken als wir“, sagt Felicitas Rohde-Schaeper. „Wir können als kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Welt sichtbar werden und unsere sicheren und vertrauten Räume verlassen.“ Die Erfahrungen auf der „LebensArt“ waren für das Team Anlass, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: Für die nächste Ausgabe der Messe ist der Evangelische Kirchenkreis Mecklenburg bereits wieder angemeldet.

Quelle: ELKM (frs/cme)