Mecklenburgischer Kirchenkreisrat: Digitalisierung, Pfarrstellen und Klimaschutz

02.11.2026 · Güstrow. Der Kirchenkreisrat des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg hat sich in seinen jüngsten Sitzungen mit wichtigen Weichenstellungen für die kommenden Jahre befasst. Im Mittelpunkt standen Veränderungen in den Pfarrstellenstrukturen, die Digitalisierung der kirchlichen Verwaltung und der Klimaschutz.

Berichtet: Bauschäden in der Schweriner Schelfkirche und in Wismar-Wendorf

 

Der Bauausschuss berichtete über die Besichtigung des Schadensbildes an der Schelfkirche in Schwerin. Der Umfang der Schäden ist erheblich. Für die Sanierung stehen Bundesmittel und Förderzusagen von Stiftungen zur Verfügung. Zusätzlich wirbt die Kirchengemeinde um Spenden und erzielt dabei monatlich Einnahmen von bis zu 10.000 Euro. Diese Spenden wirken sich auf die benötigten Patronatsmittel aus.

 

Auch die geplante Schadstoffsanierung im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Wismar-Wendorf wurde erörtert. Die Kosten werden auf rund 220.000 Euro geschätzt, während die Kirchengemeinde bislang 22.000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Der Kirchenkreis hatte bereits im Jahr 2020 insgesamt 662.000 Euro in die energetische Ertüchtigung des Gemeindehauses investiert. Die Kirchengemeinde wurde aufgefordert, weitere Eigenmittel zu erschließen sowie Fördermöglichkeiten und Spenden einzuwerben. Nach ausführlicher Beratung wurde dem Kirchenkreisrat empfohlen, die Baumaßnahme erneut zu unterstützen.

 

Zugestimmt: Verwaltungsprozesse werden digitalisiert

 

Der Kirchenkreisrat hat die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) beschlossen. Damit sollen Verwaltungsabläufe in der Kirchenkreisverwaltung und in der Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden effizienter, einheitlicher und rechtssicherer gestaltet werden. Vorgesehen ist der Einsatz der Software DocuWare in Verbindung mit der Prozessplattform JobRouter. Das System soll im kirchlichen Rechenzentrum KAIT in Meldorf gehostet werden. Zu den ersten Aufgaben gehören die Digitalisierung der Rechnungseingangsverarbeitung sowie die Umstellung auf eine elektronische Aktenführung und -archivierung. Dabei will der Kirchenkreis mit den Nordkirchen-Kirchenkreisen Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen und Rantzau-Münsterdorf zusammenarbeiten und gemeinsame Entwicklungs- und Lizenzmöglichkeiten nutzen.

 

Erläutert: Systemwechsel der ELKM-Cloud

 

Der Kirchenkreisrat wurde über die Kosten und Hintergründe des Wechsels der ELKM-Cloud informiert. Die Cloud steht den Einrichtungen des Kirchenkreises und den Kirchengemeinden als zusätzlicher Speicherort für den gemeinsamen Austausch von Dateien zur Verfügung. Da das bisherige Lizenzmodell nicht mehr angeboten wird und für die eingesetzte Version keine Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden, war ein Wechsel erforderlich. Für Lizenzen, Hosting und den einmaligen Umzug sind im Haushalt 2026 insgesamt rund 65.800 Euro vorgesehen.

 

Angepasst: Pfarrstellen an Strukturveränderungen ab 2027

 

Ein umfangreicher Teil der Beratungen galt den Pfarrstellen in der Propstei Wismar und weiteren Regionen des Kirchenkreises. Die vorgesehenen Veränderungen reagieren auf strukturelle Entwicklungen und sollen die kirchliche Arbeit vor Ort langfristig organisieren. Zum 1. Januar 2027 sollen unter anderem neue Zuordnungen von Pfarrstellen wirksam werden. Dazu gehören die Bildung des Pfarrsprengels Zittow-Brüel aus den Kirchengemeinden Brüel und Zittow-Retgendorf sowie die Zuordnung einer Pfarrstelle zum Pfarrsprengel Sternberg-Dabel-Witzin. Für die neu gebildete Johannes-Kirchengemeinde Penzlin-Stavenhagen sind zwei Pfarrstellen mit jeweils 100 Prozent Dienstumfang vorgesehen.

 

Weitere Beschlussvorschläge betreffen die Aufhebung beziehungsweise Umwandlung einzelner Pfarrstellen in den Pfarrsprengeln Gadebusch, Schönberg und Salzhaff Neubukow. Auch die Stellenumfänge einzelner Pfarrstellen sollen angepasst werden. Über die entsprechenden Vorlagen soll die Kirchenkreissynode beraten und entscheiden. Bereits beschlossen sind die Fusion der Kirchengemeinden Rehna-Meetzen und Kirch Grambow zur Kirchengemeinde Rehna Land sowie die Fusion der Domgemeinde Schwerin und der Schlosskirchengemeinde Schwerin zur Dom- und Schlosskirchengemeinde Schwerin, jeweils zum 1. Januar 2027.

 

Darüber hinaus beschloss der Kirchenkreisrat Änderungen an der Bauobjektliste und der Orgelliste für 2026. Auch die Verwendung von Verkaufserlösen für die Sanierung und energetische Ertüchtigung des Pfarrhauses Roggenstorf sowie für die Schaffung von Gemeinderäumen wurde genehmigt.

 

Beschlossen: Zwei Gemeindefusionen zum 1. Januar 2027

 

Ihr Einvernehmen erklären die Mitglieder des KKR zu zwei geplanten Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden, die zum 1. Januar 2027 wirksam werden sollen. Aus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rehna-Meetzen und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Kirch Grambow entsteht die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Rehna Land mit Sitz in Rehna. Ebenfalls zum Jahresbeginn 2027 schließen sich die Evangelisch-Lutherische Domgemeinde Schwerin und die Evangelisch-Lutherische Schlosskirchengemeinde Schwerin zur Evangelisch-Lutherischen Dom- und Schlosskirchengemeinde Schwerin zusammen.

 

Besetzt: Gremien und Ausschüsse

 

Der Kirchenkreisrat traf mehrere Entscheidungen zur Besetzung von Gremien und Stellen. Dazu gehört die Berufung von Kathrin-Susanne Bartel in die IT-Arbeitsgruppe des Kirchenkreises sowie von Dr. Franziska Ehlert in den Kinder- und Jugendausschuss des Kirchenkreisrates.

 

Pastorin Melanie Dango soll zum 1. Januar 2027 die Pfarrstelle für Krankenhaus- und Kurseelsorge in Waren (Müritz) übernehmen. Zudem wurde ein Kooperationsvertrag für Pastorin im Probedienst Clara Vogt beschlossen. Sie wird im Schuljahr 2026/2027 an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Kirschgarten“ in Blankensee drei Wochenstunden religiöse Bildung im Rahmen des ganztägigen Lernens anbieten. Pröpstin Antje Exner wurde rückwirkend zum 1. Juli 2026 in die Aufsichtsräte der Diakonie Nord Nord Ost in Mecklenburg gGmbH und der Diakonie Nord Nord Ost in Holstein gGmbH entsandt..

 

Das Gremium stimmte zudem der Bestellung von Christoph de Boor zum Geschäftsführer der Kirchliches EnergieWerk GmbH zum 1. April 2027 zu. Mit seinem Amtsantritt endet die Tätigkeit von Wolfgang von Rechenberg im gegenseitigen Einvernehmen.

 

Verstärkung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

Der Kirchenkreisrat hat Eva Drews zur Regionalreferentin für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Propstei Parchim berufen. Sie tritt die unbefristete 100-Prozent-Stelle zum 1. Dezember 2026 an. Linda Wohlgemuth übernimmt zudem vom 1. November 2026 bis zum 31. Oktober 2027 einen befristeten Verfügungsstellenanteil von 25 Prozent in der Propstei Parchim. Sie wird schon während ihrer Ausbildung für gemeindepädagogische Aufgaben in Kirchengemeinden eingesetzt.

 

Klimaschutz: Weitere Anstrengungen erforderlich

 

Pröpstin Britta Carstensen berichtete über die jüngsten Beratungen zum Klimaschutzplan des Kirchenkreises. Von insgesamt 121 Standorten sind bislang 29 energetisch ertüchtigt worden. Am ESDG-Rahmenvertrag nehmen 138 der insgesamt 172 Kirchengemeinden des Kirchenkreises teil. Auch die Elektromobilität und ihre mögliche Umsetzung im Bereich der Dienstwagen wurden thematisiert.

 

Gewährt: Darlehen für Neubau einer Turnhalle

 

Für den Bau einer Turnhalle an der Evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar gewährte der Kirchenkreisrat der Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland ein zinsloses qualifiziertes Nachrangdarlehen in Höhe von 500.000 Euro.

Quelle: ELKM (cme)