Paul Gerhardt-Jahr
Vor wenigen Wochen jährte sich der Todestag des bedeutendsten evangelischen Liederdichters, Paul Gerhardt, zum 350. mal. Er wurde am 12. März 1607 in Gräfenhainichen geboren. Bald nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges starben seine Eltern. Der vierzehnjährige Paul und sein Bruder Christian wurden auf die Fürstenschule in Grimma geschickt. Es war eine sehr harte Schule.
1628 begann er sein streng lutherisches Theologiestudium in Wittenberg. Anschließend wirkte Paul Gerhardt als Hauslehrer, zunächst wohl in Wittenberg, ab etwa 1643 in Berlin. In dieser Zeit hatten die Schrecken des Kriegs Deutschland verheert. Egal ob es die Soldaten des katholischen Wallenstein oder der protestantischen Schweden wüteten: Überall wurde gebrandschatzt, geplündert, gefoltert, vergewaltigt und gemordet. Im Nachgang folgte häufig die Pest.
1651 übernahm er seine erste Pfarrstelle in Mittenwalde. Hier entstanden etliche seiner schönen Lieder, die vor allem dadurch bekannt wurden, weil
sein Freund, Johann Crüger, sie vertonte und in christlichen Liedersammlungen herausbrachte.
1655 heiratete Paul Gerhardt Anna Marie Berthold. In dreizehn glücklichen Ehejahren wurden ihnen fünf Kinder geschenkt, aber nur ein Sohn überlebte. Ab 1657 wirkte Paul Gerhardt an der Berliner Nikolaikirche. Er war sehr angesehen und beliebt.
Nach einigen Jahren dort entbrannte ein kirchenpolitischer Konflikt zwischen seinem Dienstherrn, dem Kurfürst Friedrich Wilhelm, der der Reformierten Kirche angehörte, und den Lutheranern. Obwohl der streng lutherische Paul Gerhardt seinem Dienstherrn und Fürsten loyal diente, weigerte er sich, dessen Edikt in dieser Auseinandersetzung zu unterschreiben, weil er es mit seines „Hertzens Meinung“ nicht vereinbaren konnte. Er verlor seine Stellung und wechselte 1669 auf die Pfarrstelle in Lübben. Dort verstarb der glaubenserprobte Mann am 27. Mai 1676.
Wir verdanken ihm so wunderbare Lieder, wie „Ich steh an deiner Krippen“, „Befiehl du deine Wege“, „Du meine Seele singe“. Paul Gerhardt ist ein Vorbild im Glauben, ein Tröster und Ermutiger der Christenheit.

Mit Hoffnungskraft für Zusammenhalt und DemokratieBischofswort zur Landtagswahl 2026
„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." (2. Timotheus 1,7)
Liebe Geschwister,
in einer Zeit, in der demokratische Prozesse angezweifelt, Institutionen verächtlich gemacht und Misstrauen geschürt wird, richte ich dieses Wort an Sie. Populistische, rechtsextremistische und antisemitische Positionen werden gesellschaftsfähiger. Hass und Hetze treiben uns auseinander. Viele von uns sehen mit Angst in die Zukunft.
Doch der 2.Timotheusbrief erinnert uns: Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben. Wir lassen uns von Angst und Sorge nicht lähmen. Wir lassen uns nicht von scheinbar einfachen Lösungen verführen, die die Würde von Menschen missachten. Aus dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit möchte ich Sie ermutigen, das Gespräch zu suchen und sich für gelebte Demokratie einzusetzen.
Die unveräußerliche Würde aller Menschen
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde" (1. Mose 1,27). Diese Gottesebenbildlichkeit schreibt jedem Menschen einen unvergleichlichen Wert zu – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder körperlicher Verfassung. Sie geht auch durch Schuld nicht verloren.
Diese Überzeugung hat ihren Ausdruck in den Menschenrechten und Grundrechten gefunden und bleibt für Christinnen und Christen der zentrale Maßstab politischen Handelns.
Unvereinbarkeit mit christlichen Werten klar benennen
Mit großer Sorge nehmen wir wahr, wie Ängste geschürt werden und Hass gegen Minderheiten verbreitet wird. Ideologien, die Menschen aufgrund ihrer Abstammung, Kultur oder Religion als ungleichwertig betrachten, stehen in direktem Widerspruch zur Lehre von der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen.
Die Positionen der AfD und anderer rechtsextremer Organisationen, die die gleiche Würde aller Menschen bestreiten, sind mit christlichen Werten und mit der Verfassung unserer Kirche nicht vereinbar.
Dies ist eine theologisch begründete Einsicht. Wir können nicht schweigen, wenn die Gleichwertigkeit aller Menschen bestritten wird. Wir können nicht zusehen, wenn anti-semitisches und rassistisches Gedankengut verbreitet wird.
Dass die AfD demokratisch gewählt werden kann, macht sie nicht zu einer demokratischen Partei. Ihre Programme verfolgen eine national-völkische Ausrichtung, die den Boden der Demokratie verlässt. Wer AfD-Wählerinnen und -Wähler ernst nimmt, muss menschenverachtende Ideologien klar benennen. Schweigen könnte ansonsten als Zustimmung oder Akzeptanz gedeutet werden.
Zugleich gilt: Auch jenen, deren Meinungen wir nicht teilen, gebührt Würde. Ausgrenzung darf nicht unser Weg sein. Unsere Gemeinden können Orte sein, an denen Verunsicherung und das Gefühl des Nicht-Gehört-Werdens Raum finden – in der Hoffnung, dass Begegnung Veränderung ermöglicht. Die Grenze liegt dort, wo die Würde eines anderen Menschen bestritten oder herabgesetzt wird.
Der Geist der Kraft: Gestalten statt verzagen
Demokratie ist nicht perfekt, aber weltweit die beste politische Ordnung. Sie lebt von mühsam erarbeiteten Kompromissen und dem Austausch verschiedener Meinungen. Deshalb öffnen wir unsere Räume für echte Gespräche, suchen den Dialog auch mit Andersdenkenden, und stärken die Bündnisse für Demokratie in unserer Region.
Der Geist der Liebe: Konfrontieren mit Respekt
Klare Haltung und Gesprächsbereitschaft gehören zusammen. Wir konfrontieren Unrecht, aber mit Respekt vor dem Menschen. Wir widersprechen klar, aber bleiben einander menschlich zugewandt. Darin liegt die Chance zur Veränderung – auch für unsere Gesellschaft.
Der Geist der Besonnenheit: Orientierung geben ohne zu verurteilen
Wir benennen, was menschenverachtend und antidemokratisch ist, ohne Menschen zu verurteilen. Wir nutzen die Nähe zu Menschen in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Seelsorge und Jugendarbeit – überall dort können wir für Zusammenhalt und Nächstenliebe eintreten.
Unser Auftrag vor der Landtagswahl
Es gehört zu unserer christlichen Verantwortung, uns für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzusetzen. Ich bitte Sie: Stärken Sie mit Ihrer Stimme diejenigen, die für Menschenrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen.
Mit Hoffnung und Zuversicht
Liebe Geschwister, lassen Sie uns nicht verzagen. Aus dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit können wir zeigen, dass Demokratie lebt, wenn Menschen sich engagieren – und dass das Miteinander stärker ist als die Spaltung.
Die Botschaft des Evangeliums bleibt: Veränderung ist möglich. Gottes Liebe ist stärker als die Macht der Angst.
In diesem Vertrauen gehen wir der Landtagswahl entgegen – kraftvoll, liebevoll und besonnen.
Herzliche Grüße
Tilman Jeremias
Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern
Jubelkonfirmation 2028
Schon heute möchten wir auf die anstehende Jubelkonfirmation 2028 hinweisen. Wir laden dazu alle Konfirmanden aus den Jahrgängen 1967/68 und 1977/78 herzlich ein. Dieses Fest werden wir voraussichtlich im Sommer 2028 feiern. In der Vergangenheit haben wir die Erfahrung gemacht, dass es aufgrund von Wegzug, Namensänderungen etc. sehr schwierig ist, alle Jubelkonfirmanden zu erreichen.
Wir bitten daher alle Gemeindemitglieder, uns bei der Recherche zu unterstützen. Wer kennt und hat noch Kontakte zu ehemaligen Konfirmanden?
Geben Sie gerne unseren Kontakt weiter oder wenden Sie sich an das Pfarrbüro. Tel. 038296-78236 oder E-Mail: rerik@elkm.de
Postanschrift: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rerik-Biendorf-Russow, Liskowstr. 3, 18230 Rerik