Ev.-Luth. Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß TrebbowKirche Groß Trebbow

Unweit der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin, für Fuß- und Radwanderer sowie für Autofahrer gleichermaßen gut zu erreichen, befindet sich ein Kleinod gotischer Baukunst - die Kirche in Groß Trebbow.

Ein Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1541 besagt, daß die Kirche dem "Heiligen Pankraz" geweiht ist, folglich ist der 12. Mai Tag der Kirchweihe.

Die Geschichte des Dorfes reicht nachweislich bis in das 13. Jahrhundert zurück. Schriftliche Erwähnung von Trebbow ("Ort des Treba" oder auch "Rodeort") gibt es im Jahre 1262 und 1284. Im Bereich des Dorfes gibt es aber Hinweise auf eine wesentlich frühere Besiedlung.

Die Kirche in Groß Trebbow wurde im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und gehört damit zu den ältesten und denkmalgeschützten Gebäuden im Landkreis Nordwestmecklenburg. Die schmiedeeisernen Zahlen am Ostgiebel lassen Rückschlüsse auf das Jahr der Fertigstellung der Kirche zu. Sie ist ein einschiffiger Ziegelbau mit polygonalen Chorschluss und einer Reihe von Strebepfeilern. Anzahl und Anordnung der Strebepfeiler lassen vermuten, daß der Innenraum ursprünglich durch ein gotisches Gewölbe geschmückt werden sollte. Statt dessen wurde eine flache Holzbalkendecke eingebaut, die zuletzt im Jahre 1841 erneuert wurde. Der Anbau auf der Südseite ist wohl ein Werk aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert.

Im Zentrum des alten Dorfes gelegen, steht sie exponiert auf dem gepflegten Friedhof. Das Umfeld (Friedhofsmauer und -zaun sowie Straße) wurde in den letzten Jahren durch kommunales Engagement hervorragend gestaltet.

Das barocke Ensemble von Kanzel und Altar wurde 1689 bzw. 1691 von dem Wismarer Meister Wilde geschaffen. Beachtenswert ist der Kanzelaufgang, welcher gleichzeitig die Funktion eines Beichtstuhles (aus evangelischer Zeit!) hat. Der Altar ist eine eindrückliche in Bauernmalerei gestaltete Christuspredigt, über die der Künstler einen plastisch gestalteten triumphierenden Christus gestellt hat.

Die Kirchenfenster wurden mehrfach umgestaltet. Die letzte gründliche Reparatur erfolgte im Jahre 1888. Im Zuge des Einbaus der Orgelempore (1912/13) wurden die Fenster an der Westseite versetzt. In zwei Fenster des Chores sind Kabinettscheiben (vermutlich 17. Jh.) eingearbeitet.

Im 20. Jh. wurde die Inneneinrichtung durch einen Deckenleuchter, dem Leuchter des Altargemäldes nachempfunden, ergänzt. Frau Katharine von Barner stiftete den Leuchter zum Weihnachtsfest 1906.


Die Orgel ist ein Geschenk des Herrn Ulrich von Barner. Das Instrument wurde 1855 vom Hoforgelbaumeister Friedrich Friese (III) für die Schlosskirche zu Schwerin erbaut und im Jahr 1911 zum Verkauf angeboten. Die Weihe der Orgel in Groß Trebbow erfolgte am 25. Mai 1913. Im Jahr 2008 wurde das Instrument umfassend rekonstruiert  und Ende Oktober der Kirchengemeinde wieder zur Nutzung übergeben.

Der an der Westseite vorgelagerte, freistehende Glockenstuhl wurde 1990/91 von der Kirchgemeinde in Eigenleistung erneuert.
Er ist Sitz einer wertvollen Glocke aus dem Jahre 1650.

Die Groß Trebbower Kirche ist Zeugnis des Glaubens seit mehr als einem halben Jahrtausend. Immer wieder war es Menschen ein Anliegen, die Bausubstanz zu erhalten und zu verschönern. Besonders im Winter ist der farbliche Kontrast des Backsteinbaues zum verschneiten Kirchhof eine Augenfreude.