Kirche Uelitz

Der Ort Uelitz wird geschichtlich erstmals 1218 erwähnt. Der Name „ulica“, übersetzt „Straße“, lässt auf slawische Besiedlung schließen. Bis zur Reformation gehörten Uelitz und die umliegenden Dörfer zum Zisterzienserkloster Reinfeld.

 

Die Kirche hatte einen mittelalterlichen Vorgängerbau, der aber aufgrund mangelnder Pflege in sich zusammenfiel. Auf einer Durchreise des Herzogs beschwerte er sich über die verfallende Kirche im Dorf und ordnete einen Neubau an.

Festgehalten ist dies auf der Inschrift an der Nordseite der Kirche

VGG CL HzM 1747

 

Von 1747-1750 wurde hier eine Backsteinkirche gebaut und das Bedeutendste daran ist die Deckenmalerei, auf der sich der Herzog als weltlichen und geistlichen Hirten im Weihnachtsmedaillon hat darstellen lassen.

 

In den Jahren 1893/94 wurden an der Kirche umfangreiche Veränderungen vorgenommen. Die Kirche wurde verlängert, mit einem neugotischen Turm versehen und im Innern erneuert.

 

Die Kirche hat eine Deckenmalerei aus dem 18. Jahrhundert, die 2007 restauriert wurde.

 

Der Altar ist ein neugotisches Schnitzwerk aus dem 19.Jhd mit einem geschnitzten Kruzifix von Siegfried Güstrow aus dem Jahr 1889.

 

Die Kanzel  ist ein Original aus der Zeit des Kirchenbaus, wohl um 1747. Aufgang und Korb sind verziert mit den 4 Evangelisten mit ihren Attributen und Bibelzitaten.

 

Im Zuge des Erweiterungsbaus 1894 entstand die jetzige Empore der Kirche.

Die Orgel ist eine mechanische Orgel der Firma Friese und ist noch vollständig im Originalzustand erhalten.

Sie wurde 1894 erbaut und ist das vorletzte Instrument aus der Werkstatt Friedrich Friese  (Friese III) und die letzte von ihm selber eingebaute Orgel.

Seit der Sanierung der Orgel im Jahr 2000 ist sie wunderbar zu spielen - wie man nicht nur in den Gottesdiensten hören kann, sondern auch zu Konzerten.

 

Die Glocken

Im Turm hängen zwei Glocken. Beide stehen aufgrund ihres Alters bzw. ihres Seltenheitswertes unter Denkmalschutz.

 

Die große Glocke hat einen Durchmesser von 97 cm und stammt vom Anfang des 14.Jhd. Sie trägt eine gotische Majuskel-Inschrift, und zwar den Gruß des Engels an Maria - also die Ankündigung der Geburt Jesu - „Ave maria gratia plena dominus tecum“ (Sei gegrüßet Maria, voller Gnade, der Herr ist mit dir!)

Außerdem ist sie am Rand mit 11 kleinen Bildchen verziert.

 

Die zweite, weitaus kleinere Glocke ist das Geschenk eines Uelitzers. Daran erinnert die Inschrift:

„gegossen von H.Humpert, Brilon. Anno Domini 1932 - Zum Gedächtnis seines Sohnes, des Oberlehrers Dr. Phil. Friedrich Güssmar, in Frankreich gefallen am 19.Jan. 1915, gestiftet von Hofbesitzer Fritz Güssmar. Hufe V zu Uelitz.“

Diese Glocke ist besonders wertvoll dadurch, dass sie 1932 gegossen wurde, aber ohne jegliche nationalsozialistische Zeichen.

 

Beide Glocken mussten 1944 abgeliefert werden, wurden aber glücklicherweise nicht mehr eingeschmolzen, sondern kamen 1947 über Umwege leicht beschädigt wieder nach Uelitz zurück.