Ev.-Luth. Kirchengemeinde SpornitzKirche Matzlow

Der Ort wurde 1370 erstmals erwähnt und die erste Kirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die heutige Fachwerkkirche wurde 1789 geweiht, der geböschte Westturm kam 1831 ebenfalls in Fachwerk hinzu. In ihm hängen zwei Glocken von 1931 und 1961. Die letzte Renovierung fand in den 1990er Jahren statt. Seither prägen Schnitzarbeiten der Künstlerin Gerda Schefe den Innenraum. 2020 bekam die Kapelle in Matzlow eine Sauer-Orgel. Sie steht gegenüber dem Altar zwischen den hintersten Bankreihen. Sie ist die erste ihrer Art und verbreitet eine wunderschöne, warme Stimmung und rundet damit den einladenden Gesamteindruck der Kirche eindrucksvoll ab.

 

Mehr zur Dorfkirche Matzlow

Die Kirche Matzlow und ihre Kunstwerke (PDF)

 

Orgelpositiv in der Dorfkirche zu Matzlow; Neuaufstellung

Bericht zur Orgelabnahme am 21. Januar 2020 von Friedrich Drese, Orgelsachverständiger des Kirchenkreises Mecklenburg

In der eindrucksvoll hergestellten Kapelle in Matzlow stand noch nie eine Orgel. Die Möglichkeit der Aufstellung eines Positivs ergab sich mit dem Angebot der Übernahme eines Positivs aus dem Bestand der Neuapostolischen Kirche.

Es fand sich in Matzlow ein idealer Standort gegenüber dem Altar zwischen den hintersten Bankreihen. Den kirchenmusikalischen Ansprüchen kann das Instrument gut genügen. Der technische Zustand wirkt wie ein neues Werk. Die vier Register bilden die typische Disposition jener Zeit ab. Sehr schön und plastisch wirkt das Holzgedackt. Auch die anderen Register sind makellos intoniert.

Angaben zur Orgel
Sauer (Frankfurt/Oder), 1977 I/AP/4
Standort: Kirchenschiff hinten
2020 Kauf von der neuapostolischen Kirche Finkenkrug und Aufstellung durch Andreas Arnold (Plau).
Manual / C-f3, mechanische Schleiflade Holzgedackt 8‘
Rohrflöte 4‘
Prinzipal 2‘
Scharff 2-3fach
Pedal / C-d1, fest angehangen

 

 

Bericht zur Restaurierung der Rungel-Orgel in der Kirche in Dütschow

von Friedrich Drese, dem Orgelsachverständigen des Kirchenkreises Mecklenburg

 

Die Orgel war vor ihrer Restaurierung kaum spielbar. Der Tastengang des Manuals war sehr gering. Winddruck baute sich kaum mehr auf, wodurch die Register ungleichmäßig, sehr schwach und verstimmt klangen. Die größten Schäden lagen im Bereich der Windlade, die nicht nur starke Risse aufwies, sondern auch eine Durchhängung von etwa 4 cm hat. Der Magazinbalg hinter der Orgel war wie auch der Schöpfer umfangreich beschädigt.

 

Ziel der Restaurierungsmaßnahme war die Wiederherstellung einer sicheren Funktion. Mit der Restaurierung wurde die Orgelwerkstatt Mecklenburger Orgelbau (Plau) beauftragt.

 

Die Windlade musste aufwändig restauriert werden. Um ein weiteres Absenken der freischwingenden Lade zu verhindern, wurde sie mittig abgestützt. Die Manualklaviatur erhielt komplett neue Knochenbeläge anstelle der Kunststoffbeläge. Fehlende Manubrienschilder wurden rekonstruiert: Calcant, Evacuant, Sperrventil Die ästhetisch störende Verkabelung und Anlage von Schaltern und Lampen an der Gehäusefront wurden zum großen Teil abgebaut, die Schadstellen farblich nachgebessert. Der hinter der Orgel aufgestellte Balg, der nichtbauzeitlich von Runge ist, erhielt eine teilweise geänderte Lagerung, um einen ungestörten Zugang in das Orgelinnere, das nur von der Rückseite aus möglich ist, zu schaffen. Die Orgel funktioniert in allen Bereichen anstandslos. Die Prospektpfeifen aus der Zeit um 1990 werden in ihrer Klangstärke der Runge-Fortsetzung noch angepasst. Alle Restaurierungsarbeiten wurden mit Sachverstand und handwerklichem Einfühlungsvermögen ausgeführt.

 

Die Bedeutung des Instrumentes liegt darin, dass es in allen seinen Teilen von einer soliden Handwerksarbeit und im Bestand der wenigen erhaltenen Runge-Orgeln eine der am besten überkommenen ist. Ihr Bestand ist bis auf die Prospektpfeifen vollständig original. Damit ist sie ein wertvolles Teil in der großen Menge romantischer Orgeln in Mecklenburg.

 

Ihre klanglichen Qualitäten sind nicht zu unterschätzen. Zwei Aspekte sind hier vorzuheben: der Manualumfang bis f3 und das Vorhandensein des Bordun 16‘. Das kleine Pedal lässt selbstverständlich keine große Pedal-Orgelliteratur zu, aber die Möglichkeiten der Interpretation einer Vielzahl von Tastenmusik sind groß.

 

Disposition

Manual / C-f3 Bordun 16’ Principal 8’ Gedact 8’

Viola da Gamba 8’ Octave 4’

Octave 2’

Mixtur 2fach 1 1/3’+1’

Pedal / C-go, fest angehangen

Calcant Sperrventil Evacuant

Stimmhöhe: 452 Hz bei 15 Grad Celsius Winddruck: 72 mm WS