Ev.-Luth. Kirchengemeinde SpornitzKirche Dütschow

Die rechteckige Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird urkundlich erst 1567 erwähnt. Zu dieser Zeit wurde wohl der polygonal schließende Chor angefügt. Der niedrige Westturm in Fachwerk mit einer verbretterten Glockenstube wurde 1742 angebaut. Im Turm hängen zwei Eisenhartgussglocken von 1957. In jenem Jahr wurde auch der aus der Umgestaltung von 1850 stammende Kanzelaltar entfernt. Seine Predella wurde 2001 zusammen mit einem gotischen Kruzifix auf den Altartisch als Altarbild gestellt. An der Ostwand befinden sich zwei gotische Schnitzfiguren aus der Zeit um 1450. Zur Ausstattung gehört noch ein Taufstein. Ebenfalls zur Zeit der Umgestaltung 1851 wurde die alte Orgel  (Friese I?) von Johann Heinrich Runge umgebaut, die im Jahre 2020 umfassend restauriert werden konnte. Sie ist im Bestand der wenigen erhaltenen Runge-Orgeln eine der am besten überkommenen. Ihr Bestand ist bis auf die Prospektpfeifen vollständig original. Damit ist sie ein wertvolles Teil in der großen Menge romantischer Orgeln in Mecklenburg.

 

Abschlussbericht über die Restaurierung der Fenster


Mehr zur Orgel: www.orgelmuseum-malchow.de/orte/duetschow.htm

Mehr zur Kirche Dütschow

Bericht zur Restaurierung der Rungel-Orgel in der Kirche in Dütschow

von Friedrich Drese, dem Orgelsachverständigen des Kirchenkreises Mecklenburg

 

Die Orgel war vor ihrer Restaurierung kaum spielbar. Der Tastengang des Manuals war sehr gering. Winddruck baute sich kaum mehr auf, wodurch die Register ungleichmäßig, sehr schwach und verstimmt klangen. Die größten Schäden lagen im Bereich der Windlade, die nicht nur starke Risse aufwies, sondern auch eine Durchhängung von etwa 4 cm hat. Der Magazinbalg hinter der Orgel war wie auch der Schöpfer umfangreich beschädigt.

 

Ziel der Restaurierungsmaßnahme war die Wiederherstellung einer sicheren Funktion. Mit der Restaurierung wurde die Orgelwerkstatt Mecklenburger Orgelbau (Plau) beauftragt.

 

Die Windlade musste aufwändig restauriert werden. Um ein weiteres Absenken der freischwingenden Lade zu verhindern, wurde sie mittig abgestützt. Die Manualklaviatur erhielt komplett neue Knochenbeläge anstelle der Kunststoffbeläge. Fehlende Manubrienschilder wurden rekonstruiert: Calcant, Evacuant, Sperrventil Die ästhetisch störende Verkabelung und Anlage von Schaltern und Lampen an der Gehäusefront wurden zum großen Teil abgebaut, die Schadstellen farblich nachgebessert. Der hinter der Orgel aufgestellte Balg, der nichtbauzeitlich von Runge ist, erhielt eine teilweise geänderte Lagerung, um einen ungestörten Zugang in das Orgelinnere, das nur von der Rückseite aus möglich ist, zu schaffen. Die Orgel funktioniert in allen Bereichen anstandslos. Die Prospektpfeifen aus der Zeit um 1990 werden in ihrer Klangstärke der Runge-Fortsetzung noch angepasst. Alle Restaurierungsarbeiten wurden mit Sachverstand und handwerklichem Einfühlungsvermögen ausgeführt.

 

Die Bedeutung des Instrumentes liegt darin, dass es in allen seinen Teilen von einer soliden Handwerksarbeit und im Bestand der wenigen erhaltenen Runge-Orgeln eine der am besten überkommenen ist. Ihr Bestand ist bis auf die Prospektpfeifen vollständig original. Damit ist sie ein wertvolles Teil in der großen Menge romantischer Orgeln in Mecklenburg.

 

Ihre klanglichen Qualitäten sind nicht zu unterschätzen. Zwei Aspekte sind hier vorzuheben: der Manualumfang bis f3 und das Vorhandensein des Bordun 16‘. Das kleine Pedal lässt selbstverständlich keine große Pedal-Orgelliteratur zu, aber die Möglichkeiten der Interpretation einer Vielzahl von Tastenmusik sind groß.

 

Disposition

Manual / C-f3 Bordun 16’ Principal 8’ Gedact 8’

Viola da Gamba 8’ Octave 4’

Octave 2’

Mixtur 2fach 1 1/3’+1’

Pedal / C-go, fest angehangen

Calcant Sperrventil Evacuant

Stimmhöhe: 452 Hz bei 15 Grad Celsius Winddruck: 72 mm WS