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Kirchweihfest 2026Chronik
Wie kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu dem Vorhaben, eine weitere große Kirche in Rostock zu bauen?
Innerhalb der Stadttore Rostocks gab es mit St. Petri, St. Nikolai, St. Marien, der Universitätskirche und St. Jakobi bereits fünf große Kirchen – doch diese reichte für die stetig und über die Stadtmauer hinaus wachsende Bevölkerung nicht mehr aus.
Zwischen 1870 und 1905 verdoppelte sich die Zahl der Menschen, die in Rostock lebten, von über 30 auf gut 60 Tausend Menschen.
Die zwei Pastoren der Jacobi-Gemeinde waren für 20 Tausend Seelen zuständig, wie es im Erinnerungsblatt zur Kirchweihe heißt, und diese Zahl stieg ständig weiter an.
Eine zusätzliche Kirche wurde also dringend gebraucht.
In der Kröpeliner Torvorstadt gründete sich ein Verein, der Geld für den Bau einer neuen Kirche sammelte. Nach langen Verhandlungen in den städtischen Gremien und schließlich mit Zustimmung des Großherzogs Friedrich Franz III. und des Herzogs Johann Albrechts wurde der Teilung der Jacobi-Gemeinde, dem Bau einer neuen Kirche samt Pfarr- und Küsterhaus und der Einrichtung von zwei Pfarr- und einer Küsterstelle zugestimmt.
Sogleich machte sich eine Delegation auf nach Berlin, um sich dort neuere Kirchenbauten anzuschauen und zu überlegen, welches Modell für die KTV passen könnte.
Dort verliebten sie sich in die Trinitatiskirche in Charlottenburg, kontaktierten deren Architekten, Herrn Professor Vollmer, und dieser sagte gerne zu einen entsprechenden Bau für das Heiliggeistfeld in Rostock zu projektieren.
In nur drei Jahren wurde die Kirche, in der wir heute sitzen, fertig gebaut.
Was für ein Tempo. Sagen sie das mal den Planern des neuen Rostocker Volkstheaters oder den Baumeistern der Elphi oder des BER!
Am 26.4.1908, heute vor 118 Jahren, wurde sie geweiht.
Ein typisch protestantischer Bau mit einem großen offenen Mittelschiff, ausgerichtet auf Kanzel und Altarraum, auf das gepredigte Wort.
Robert Pries und Johannes Lemke waren die ersten zwei Pastoren der neuen Gemeinde, die sie sich in Ost und West aufteilten. Beide Gemeindeteile wuchsen weiter so schnell, dass sie schon 1922 erneut geteilt wurden. Die Arbeit wurde jedoch weiter von den zwei Pastoren getan – aufgrund der Weltwirtschaftskrise fehlten bis nach dem zweiten Weltkrieg die Mittel für weitere Bauten und Stellen.
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