Rats- und Pfarrkirche St. Nikolai

Der Bau: 

St. Nikolai ist die älteste Kirche Stralsunds. Die erste indirekte Erwähnung findet sich im sogenannten Stadtbuch aus dem 13. Jahrhundert: Im Jahr 1276 erfolgten Kornspenden für das Bauvorhaben. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist der Bau bereits abgeschlossen. Die Bauform als dreischiffige Basilika mit Chorumgang und Doppelturmanlage (nach dem Vorbild französischer Kathedralen) unterstreicht den Machtanspruch und Reichtum Stralsunds, einer der führenden Hansestädte des Mittelalters. Da entlang der Ostseeküste kein Naturstein zur Verfügung steht, entwickelt sich von Lüneburg bis ins Baltikum die norddeutsche Backsteingotik. Noch heute gehört St. Nikolai dank ihrer reichen, zum Teil einzigartigen Ausstattung aus acht Jahrhunderten zu den faszinierendsten Kirche der Gotik.

 

Die Ausstattung (eine Auswahl)

Altäre:

Von den insgesamt 56 mittelalterlichen Altarstiftungen sind heute noch sieben Altarretabel erhalten. Der Hochaltar (um 1470) beeindruckt durch das hochkunstvolle mittelalterlichen Schnitzwerk. Der prächtige, barocke Hauptaltar nach dem Entwurf von Andreas Schlüter stammt aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts.

 

Skulpturen:

Die monumentale Stuckplastik der Anna Selbdritt ist das älteste Kunstwerk der Kirche (um 1260). Die Figur des Schmerzensmannes - als lebensgroßes Andachtsbild (14. Jh.); Die Christusfigur als Gedenkort der Toten beider Weltkrieg (Hans Schwegerle, 1932)

 

Astronomische Uhr:

Die monumentale Großuhr von Nikolaus Lilienfeld (1394) gehört zu den ältestesten ihrer Art und ist fast vollständig erhalten. 

 

Farbfassung:

Die mittelalterliche Architekturfassung vor allem des Mittelschiffs fasziniert wegen ihrer intensiven Farbigkeit und der fantasievollen Bildsprache. Sie wurde um 1900 wieder freigelegt und restauriert.

 

Gestühle:

In zahlreichen Gestühlen versammelten sich über viele Jahrhunderte die verschiedenen Korporationen der Stadt. Hervorzuheben sind dabei die Relieftafeln des Rigafahrer-Gestühls (1370), die einzigartige Szenen der Jagd, der Imkerei und des Handels darstellen.

Vollständig erhalten ist das Gestühl der Kramer (1574) und des dazugehörigen Altars (1500)

 

 

Öffnungszeiten:
Mo - Sa: 10:00 - 18:00 Uhr / So und Feiertage: 12:30 - 16:00 Uhr 

(Änderungen der Öffnungszeiten finden Sie unter "Aktuell" auf der Startseite)

Die Kirche St. Nikolai ist gegen einen Erhaltungsbeitrag von 4,00 Euro zu besichtigen.

Führungen: 
Juni bis September in der Regel Do - Sa, 12:30 Uhr.
Eine Anmeldung dafür ist nicht erforderlich. 

Erhalt der Nikolaikirche

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